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AIDAcara: Kurzkreuzfahrt “Nordeuropa”

© Text und Photos: Silke Wolff Nach nur 2 Monaten durfte ich meinen Koffer schon wieder packen. Es war die Goldhochzeitsreise meiner Eltern. Die Reiseplanung begann schon im Februar 2010. Nach langer Recherche im Internet, Routen- und Preisvergleiche buchte ich im Oktober 2010 eine Minikreuzfahrt auf der AIDAcara.

1. Tag:   Anreise Kiel – Leinen los

Am 30.05.2011 wartete in Kiel die AIDAcara auf uns. Auf ihr sollten wir fünf Tage nach Oslo und Kopenhagen und zurück nach Kiel reisen. Aus Kostengründen hatte ich mich für eine Bahnanreise entschieden. Am Vormittag fuhren wir los. Wie geplant kamen wir um 15:36 Uhr in Kiel an. Auf dem Bahnsteig sahen wir viele Reisende mit AIDA Gepäckanhängern. Wir hatten unsere ebenfalls bereits an den Koffern angebracht. Deshalb wurden wir wahrscheinlich auch in jedem Zug darauf angesprochen. Auf der Fahrt nach Hamburg schwärmte die Mitreisende neben mir von der Route. Sie hatte diese im Vorjahr mit Geschwistern und Eltern gefahren. Am Ende des Bahnsteiges 5/6 warteten Crewmitglieder. Uns wurde unser Gepäck abgenommen. Ein Shuttlebus zum Schiff stand kostenfrei zur Verfügung. Wir entschieden uns allerdings, nach der langen Zugfahrt die 30 Minuten und 1,5 Kilometer zum Ostseekai zu laufen. Als Wegzerrung gab es im Bahnhof noch ein leckeres Eis. Vor dem Schifffahrtsmuseum bogen wir rechts ab. Der Kussmund strahlte uns entgegen. Da lag sie, die AIDAcara. AIDA cara Der Check-in verlief im Blitztempo. Tickets vorzeigen, Kreditkarte durchziehen lassen und unterschreiben. Anschließend ein Foto für die Sicherheitskontrolle und schon hatten wir unsere Bordkarten in der Hand. Noch kurz durch die Sicherheitskontrolle und wir waren an Bord. Unsere Kabine lag auf Deck 4 und war geräumiger als erwartet. Gerade wollte ich mich aufmachen das Schiff zu erkunden, wurde mein Koffer schon gebracht. Also packte ich erst einmal aus. Nur eine Stunde nach Ankunft am Schiff stand ich an Deck in der Sonne. Als die Restaurants um 18:00 Uhr öffneten, waren wir wohl nicht die Einzigen, die großen Hunger hatten. Im Markt-Restaurant wurde die Schlacht am Buffet geschlagen. Mir war es, ehrlich gesagt, zu voll. Das Essen war dafür umso abwechslungsreicher und leckerer. Nach 1 ½ Stunden wurde das Restaurant geschlossen und für die zweite Sitzung vorbereitet. Wir gingen nochmals an Deck. Superpünktlich um 20:00 Uhr hieß es „Leinen los.“. Im goldenen Abendlicht verließ die AIDAcara den Hafen mit Kurs Oslo. Nach ein paar Minuten sahen wir den Nord-Ostsee-Kanal vor der untergehenden Sonne. Nachdem wir das Marinedenkmal von Laboe passiert hatten, lag nur noch Wasser um uns herum. Ausfahrt aus Kiel Auf dem Pooldeck gab es einen Welcome-Sekt und eine Einlage des Show-Ensambles. Die Sonne war vollständig untergegangen und es wurde windig und dadurch kalt. So endete der erste Tag. Wetter: sonnig, vereinzelt Wolken, bis 23 °C Erste Etappe: 376 Seemeilen (696 Kilometer) bis Oslo

2.Tag:   Seetag – Oslo

Ich wurde durch ein kräftiges Schaukeln morgens um 7:00 Uhr geweckt. Es herrschte Windstärke 6-7. Die Orientierung an Bord fiel noch etwas schwer. Unsere Kabinen lagen im Buck. Das Calypso-Restaurant, in dem wir frühstücken wollten, lag am Heck. So brachten wir zwei Anläufe, bis wir verstanden, dass ein Durchgang entweder auf Deck 8 durch die Bar oder auf Deck 9 durch den Fitnessbereich möglich war. Das Frühstücksangebot war sehr reichhaltig und lecker. Wie angekündigt, forderte uns das Alarmsignal (7x kurz, 1x lang) zur Seenotrettungsübung auf. Durch ein Crew-Treppenhaus ging es zwei Decks hinauf zum Sammelplatz. Die Crew checkte, ob auch wirklich alle Passagiere anwesend waren. Nach nicht einmal 30 Minuten war die Übung beendet. Anschließend sammelten sich alle auf dem Pooldeck. Während des Poolbrunchs stellte sich der Kapitän vor. Als Überraschung gab es des „Deutschen liebstes Getränk“, Freibier. Pooldeck Nach einer weiteren Buffetschlacht benötigte ich eine Auszeit vom Trubel und ich zog mich in meine Kabine zurück. Der Himmel zog sich im Laufe des Nachmittags zu und es wehte wieder eine steife Brise. So war es an Deck nicht mehr auszuhalten. Es wurde gerade die Kaffeezeit eröffnet. So ging ich einen Kaffee trinken. Das Buffet war auch diesem Mal reichlich gefüllt, mit Kuchen, Sahnetorten, Obst sowie Deftiges mit Nudeln, Fischstäbchen, Würstchen und Sandwiches. Einige Damen beklagten sich doch tatsächlich über die schmalen Tortenstücke. Während wir beim Abendessen saßen, lief das Schiff in den Oslofjord ein. Die Sonne schickte wieder vereinzelte Strahlen durch die Wolkendecke. Durch die Fenster beobachteten wir das Land rechts und links ganz nach vorbeiziehen. Die Welcome-Show im Theater begann mit einer Lasershow über unsere Reise. Viele Sehenswürdigkeiten, das Denkmal in Laboe, die kleine Meerjungfrau usw. wurden projiziert. Nach der Show ging es direkt wieder an Deck. Schließlich legten wir um 22:00 Uhr in Oslo an, direkt vor der Festung Akershus mit Blick auf das Rathaus und das königliche Schloss. Festung Akershus, Oslo Wetter: sonnig bis stark bewölkt, 14 °C bis 20°C, Windstärke 2-8

3.Tag:   Oslo

Früh um 6:00 Uhr klingelte der Wecker. Ich sah als Erstes aus dem Fenster. Am Ausgang standen schon oder immer noch die Crew- Mitglieder von der Security. Und, die Sonne schien. Vorm Frühstück hatte ich noch ein paar Minuten, um vom Deck Fotos von Oslo im Morgenlicht zu machen. Oslo am Morgen Im Restaurant war so früh noch wenig los. So konnten wir unser Frühstück ganz entspannt genießen. Für den Ausflug „Oslo auf einen Blick“ fanden wir uns um kurz nach acht im Theater ein. Die Teilnehmer wurden auf drei Busse aufgeteilt. Zuerst machte unsere Stadtführerin einen guten Eindruck auf mich. Während der Führung sollte ich aber feststellen, dass ich mich von ihrem gepflegten Äußeren hatte blenden lassen. Zuerst fuhren wir nur ein paar hundert Meter bis zur neuen Oper. Architektonisch ist sie einem Gletscher nachempfunden. Die Granitfassade glitzert wie grünes Gletschereis in der Sonne. Neue Ober Vorbei am Akershus slott og festening ging es zum Backstein-Rathaus. Auf der Ost-West-Achse der Kalr Johann gate fuhren wir am Parlamantsgebäude Stortinget, dem National Theatret und dem königlichen Schloss vorbei. Anschließend ging es auf den Holmenkolmen hinauf.  Am Fuß des Holmenkolmen liegt ein exklusives Stadtviertel. Je weiter wir nach oben kamen, desto schöner, exklusiver und teilweise auch bunter wurden die Häuser. Viele davon waren die typischen skandinavischen Holzhäuser. Auf dem Holmenkolmen steht die berühmte Skisprungschanze. Jetzt, im Sommer, wirkt sie ziemlich unspektakulär. Holmenkolmen Skisprungschanze Von einem Aussichtspunkt, nur ein paar hundert Meter weiter, eröffnete sich ein wunderschöner Panoramablick auf Oslo und den Fjord. Auf den Weg zur Museumsinsel konnten wir einen kurzen Blick in den Vigeland-Skulpturenpark werfen. Aus den Bus heraus, durch das Tor konnten wir aber nicht wirklich etwas sehen. Auf der Museumsinsel liegen ganz dicht beieinander das Wikingerschiff-Museum, das Fram- Museum und das Kon-Tiki-Museum. Nach genau 2 Stunden war ich froh wieder an der AIDAcara zu sein. Unsere Studienrätin war als Stadtführerin total ungeeignet, ihre Erzählungen zusammenhangslos. Meine Ohren und Nerven benötigten eine Erholung. Geschickter wäre es gewesen, die Innenstadt zu Fuß oder mit dem Hopp-on-Hopp-off-Bus, der direkt vor dem Schiff hielt, zu erkunden. Nach einer kurzen Pause gingen wir auf einen Spaziergang zurück in die Stadt. Unsere Ziele waren das Rådhuset, das National Theatret und das königliche Slottet.      Rådhuset National Theatret Slottet Zum Abschluss besuchten wir das Gelände der Akershus Festung. Ich wäre gern noch einmal zur neuen Oper gelaufen. Es war doch etwas weit und die Zeit reichte nicht mehr. Im Bordrestaurant fanden sich zahlreiche müde und durstige Oslobesucher ein. Pünktlich um 14:00 Uhr hieß es wieder „Leinen los“. Bei Traumwetter lief die AIDAcara aus Oslo aus und fuhr für 2 Stunden durch die einmalige Landschaft des Oslofjords. Die Ausfahrt entschädigte für die Einfahrt bei schlechtem Wetter gestern. Spät am Nachmittag war ich doch durchgefroren. So ging ich in meine Kabine. Prompt fing es heftig an zu schaukeln, teilweise bis Windstärke 9. Es schien so, als ob wir den Bogen langsam raus hätten. Im Markt-Restaurant ergatterten wir einen ruhigen 4er-Tisch. Ich konnte sogar vorwärts schaukeln. Im Theater gab es heute die Vorstellung „Dangerous Love“ mit Songs von Michael Jackson, nicht mein Geschmack. Wetter: sonnig, abends bewölkt, 10°C bis 20°C, Windstärke: bis 9 Beaufort Zweite Etappe: 277 Seemeilen (513 Kilometer) bis Kopenhagen

4.Tag:   Kopenhagen

Als ich erwachte, schien wieder die Sonne. Durch das Fenster war die schwedische Küste zu sehen und wir hatten fast keinen Wind mehr, nur noch Windstärke 2. Nach dem Frühstück beobachten wir vom obersten Deck das Anlegemanöver in Kopenhagen. Vor uns am Langeliniekai lag schon die Kreuzfahrtjacht „Le Boreal“. Die hatte ich letztes Jahr schon in Stockholm gesehen. Hinter uns fuhr die AIDAblu ebenfalls in den Hafen ein. AIDAblu Im Theater versammelten sich die Massen für die Tour „Stadtrundfahrt + Kanaltour“. Alles lief wie am Schnürchen. Alle wurden auf die Busse aufgeteilt und es ging los zur kleinen Meerjungfrau. Sie gilt als Wahrzeichen von Dänemark und ein Geschenk der Familie Carlsberg. Vor der Meerjungfrau stoppten mehrere Busse. Es blieb nur Zeit für einen ganz kurzen Fotostopp. Kleine Meerjungfrau Im Zentrum bestiegen wir am Schloss Christiansborg ein Kanalboot. Bei blauem Himmel und Sonnenschein ging es entlang der Holmenskirche, der alten Börse und der neuen Oper. Die königliche Jacht „Daneborg“ lag im Hafen vor Anker. An Schloss Amalienborg vorbei schipperten wird durch Christianshavn. Zahlreiche Hausboote, neue und alte Schiffe lagen dort. Der letzte Höhepunkt nach einer Stunde war der Neubau der königlichen Bibliothek. Bibliothek In der schwarzen glänzenden Fassade spiegelte das glitzernde Wasser in der Sonne. Mit dem Bus setzen wir unsere Stadtrundfahrt fort, vorbei an der Carlsberg Glyptothek, dem Tivoli Park und dem Rathaus. Unsere Stadtführerin hatte etwas Zeit abgeknapst, sodass wir einen Blick in die Domkirche werfen konnten. Sie ist innen von einer schlichten anmutender Schönheit. Im Schloss Rosenborg werden die Kronjuwelen aufbewahrt. Leider sahen wir im Vorbeifahren nur sehr wenig von der ebenfalls einmaligen Architektur des Schlosses. Den Abschluss bildete die Außenbesichtigung von Schloss Amalienborg. Die vier Palais waren ursprünglich Adelspaläste. Wohnsitz der königlichen Familien war eigentlich Schloss Christiansborg. Christiansborg brannte einige Male ab. So fand die königliche Familie Unterkunft in den ehemaligen Adelspalais. Unweit die Frederikskirche, oder auch Marmorkirche war leider eingerüstet. Schloss Amalienborg Nach gut 3 Stunden waren wir zurück am Schiff und gingen direkt zum Mittagessen. Da wir bis zum Auslaufen noch 1 ½ Stunden hatten, bummelten wir durch die Geschäfte am Langeliniekai. Die meisten Geschäfte waren fast wegen Überfüllung geschlossen. Wieder an Bord gab es am Pooldeck erst einmal einen Cocktail beim Offiziers-Shaken. Dabei merkte ich fast nicht, dass wir schon ablegten. Ich dachte, wir würden unter Öresundbrücke hindurchfahren. Es wäre für mich noch ein Höhepunkt gewesen. Stattdessen fuhren wir daran vorbei. Ich wusste auch nicht, dass von Malmö kommend die Brücke in einem Tunnel übergeht, der nach Kopenhagen führt. Öresundbrücke Wir schienen nun endgültig den Bogen raus zu haben, um im Markt Restaurant einen ruhigen 4er-Tisch zu bekommen. Heute hatte es wieder geklappt. Anschließend ging es zur Fairwell-Show “Motown“ noch einmal ins Theater. Heute hat mir die Show wieder besser gefallen. Wetter: sonnig, mit einzelnen Wolken, bis 23 °C, Windstärke: bis 4 Beaufort Dritte Etappe: 165 Seemeilen (305 Kilometer) bis Kiel

5.Tag:   Kiel – Heimreise

Von den Sonnenstrahlen wurde ich um 6:30 Uhr geweckt. Durch das Fenster sah ich das Land sehr nah. Nur eine ¾ Stunde später machte die AIDAcara wieder in Kiel fest. Ein letztes Mal war für uns das Frühstücksbuffet im Calypso-Restaurant angerichtet. Nach ein paar Minuten dort sahen wir, wie die MSC Poesia am Pier hinter uns anlegte. Zurück in meiner Kabine waren dort schon die Betten frisch bezogen und die Mülleimer geleert. Die nächsten Passagiere warten schon auf den Einzug. Mit unserem gesamten Gepäck gingen wir endgültig von Bord. Ein kostenfreier Shuttle-Bus brachte uns zum Hauptbahnhof. Alles war von der AIDA-Crew perfekt organisiert. Selbst am Hauptbahnhof waren die Scouts noch im Einsatz. Der Regionalexpress nach Hamburg stand schon am Bahnsteig bereit. Zeitig suchten wir uns Sitzplätze und verstauten unser Gepäck. An diesem Brückentag sollte er total überfüllt sein. Das lag hauptsächlich an den fast 3.500 Kreuzfahrern, die an diesem Morgen angekommen waren. Während des längeren Aufenthaltes in Hannover stärkten wir uns bei Pizza Hut mit einem Stück Pizza. So waren wir fit für die Fahrt im ebenfalls überfüllten ICE nach Bielefeld. Pünktlich kamen wir dort an. Für einen Freitagnachmittag war wenig Verkehr auf den Straßen. Zeitig um 16:30 Uhr waren wir zu Hause. Ich verbrachte ein paar sehr schöne Tage an Bord der AIDAcara, wenn auch nicht alles perfekt war, wie z.B. das Gedrängel am Buffet und den wenigen Platz für einen Aufenthalt unter Deck. Ein AIDA- Fan bin ich nicht geworden, würde aber bei entsprechender Route jederzeit wieder ein AIDA-Schiff besteigen. Oslo und Kopenhagen waren die Reise auf jeden Fall wert. Das perfekte Wetter hat seinen Teil dazu beigetragen. Gesamte Strecke: 818 Seemeilen (1.514 Kilometer) zur Nordeuropa-Foto-Galerie:
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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