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Kuba

© Text und Photos: Silke Wolff Am 19.10.2007 startete ich zu meiner lang geplanten Reise nach Kuba. Ursprünglich wollte ich bereits 2006 nach Kuba. Da ich jedoch zu lange mit der Buchung gezögert hatten, waren alle Plätze ausgebucht. Jetzt sollte es so weit sein. Die Anreise zum Frankfurter Flughafen war aufgrund des evtl. Lokführerstreiks unsicher. Der Flug sollte bereits um 10:30 Uhr starten. So entschied ich mich, bereits einen Tag früher, am 18.10. nach Frankfurt zu fahren. Übernachtet habe ich im InterCity-Hotel im Cargo-Center Süd direkt am Flughafen. Das Hotel kann ich sehr zu empfehlen. Erst im Frühjahr 2007 eröffnet. Die Zimmer sind sehr großzügig und schön eingerichtet. Das Frühstücksbuffet lässt kaum einen Wunsch offen. Ebenfalls wird ein kostenloser Shuttle-Service angeboten. Im Internet gibt es günstige Tarife. Zeitig am Morgen nahm ich den Shuttle zum Flughafen. Nach dem Check-in stellte ich fest, dass der Flug ca. 1 Stunde Verspätung haben würde. Also hatte ich noch reichlich Zeit. Trotzdem darf man in Frankfurt den Zeitaufwand für die diversen Kontrollen und Sicherheitschecks nicht unterschätzen. Ich habe dafür eine volle Stunde benötigt. Nachdem die zahlreichen Kubaner auf Familienheimreise alle ihre Mitbringsel, DVD-Recorder /-Player, Digitalkameras etc. in den Gepäckfächern verstaut hatten, konnte die Maschine um 12:00 Uhr Richtung Holguin starten. 9 Stunden und 45 Minuten Flug lagen vor mir. Die Kubaner an Board sorgten für entspannte Stimmung. Mein Nebenmann war zwar nicht sehr gesprächig, dafür sorgte Emilio für Stimmung. Mir erzählte er bei einem Bier und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, dass er seit 20 Jahren in Deutschland lebt. Ursprünglich kam, er um 2 Jahre in der ehemaligen DDR zu arbeiten. Aber dann kam ihm diese "Deutsche Revolution" dazwischen und er muss nun diesen gut bezahlten Job als Maschinenbauingenieur machen. Holguin empfing uns mit einem Tropengewittern. Deshalb mussten wir noch eine halbe Stunde Warteschleife fliegen. So ziemlich das Erste, was ich durch das Fenster sah, war ein großes Transparent mit den Worten "Socialismo o muerte" (Sozialismus oder Tod).  Mein Sitznachbar hieß mich in seiner Heimat willkommen. Herzlich willkommen auf Kuba! Die Einreise mit der Touristenkarte war unproblematisch. Das Personal zuvorkommend und hilfsbereit. Spanisch-Kenntnisse waren nicht notwendig, Kubaner sprechen sehr oft Englisch. Da konvertierbare Peso (CUC) nicht eingeführt werden dürfen, wechselte ich am Flughafen erst einmal Geld. Während des Anstehens beobachtete ich, welche Geldbündel von den Kubanern getauscht wurden, erstaunlich hohe Summen. Naja, für konvertierbare Peso ist auch in Kuba trotz Wirtschaftsembargo alles erhältlich. Nachdem sich die gesamte Reisegruppe vor dem Flughafengebäude um den Reiseleiter gesammelt hatte, ging unsere Fahrt am späten Nachmittag Richtung Santiago de Cuba. Unser Reisebus war schon etwas in die Jahre gekommen. Dafür hatten wir reichlich Platz, Klimaanlage (wenn teilweise auch etwas laut und zugig) und eine Toilette. Für die ca. 150 km benötigten wir ca. 2 1/2 Stunden. Kein Wunder bei den Straßenverhältnissen. Durch den Dauerregen der letzten Wochen hatten sich einige Stellen in eine Schlammpiste verwandelt. Extrem tiefen Schlaglöchern musste unser Fahrer ausweichen. Als dann auch noch mitten zwischen Zuckerrohrfeldern das Getriebe seltsame Geräusche von sich gab und kein Gang mehr eingelegt werden konnte, sah ich uns schon im Bus zwischen den Zuckerrohrfeldern übernachten. Irgendwann ging es aber doch weiter und wir erreichten müde unser Hotel. Einigermaßen ausgeschlafen startete ich am nächsten Morgen gleich zur Stadtrundfahrt in Santiago de Cuba. Zuerst der Plaza de la Revolution mit dem Monumento Maceo, dann zur Cuartel Moncada. Der Überfall von Castro und seinen Rebellen auf diese Kaserne am 26. Juli 1953 gilt als Beginn der Revolution. Danach fuhren wir zum Herzstück der Stadt, zum Parque Cespdes mit der Catedral de Santa Ilfgenia und dem Hotel Casa Grande. Von der Dachterrasse des Hotels konnte ich, mit einem kühlen Drink, den herrlichen Ausblick über die Stadt genießen. Weiter ging unsere Fahrt mit jeweils einem Stopp bei der Virgin de la Caridad del Cobro  und der Festung El Morro nach Bayamo. Aus dieser Stadt stammt die kubanische Nationalhymne, die Bayamesa. Als wir um 19:30 Uhr Camagüey, das Tagesziel. erreichten, lag eine Strecke von ca. 330 km hinter uns. Kurz vor dem Ziel streikte nach einem Tankstopp der Motor unseres Busses. Irgendwie bekam unser Busfahrer Alfredo ihn auch heute wieder zum Laufen. Quartier nahmen wir in einem Kolonialhotel direkt in der Innenstadt. Die Nacht war deshalb etwas unruhig. Es war Samstagabend und es wurde bis spät in die Nacht in der Bodega neben dem Hotel gefeiert. Auf dem Stadtrundgang am nächsten Morgen besuchten wir u.a. zahlreiche Kirchen. Ich hatte Sonntagmorgen und überall wurden Gottesdienste gehalten. Es war überhaupt kein Problem als Tourist, auch mit Kamera, in die Kirchen zu gehen. Die Atmosphäre war sehr locker und entspannt. Unsere Route führte zum Parque Ignacio Argramonte mit der Kathedrale weiter zum Bauernmarkt. Auf kubanischen Bauernmärkten gibt es alles zu kaufen, was sonst gerade nicht zu bekommen ist. Das Mittagessen nahmen wir in dem bekannte und empfehlenswerten Restaurant Parador de los Tres Reyes direkt am Plaza San Juan de Dios ein. Dort gab es u.a. auf traditionelle Art Reis mit Bohnen und schwarzer Soße, einfach lecker. Gestärkt traten wir unsere Fahrt nach Santa Spiritus an, durch El Centra. Früh am Nachmittag erreichten wir unser Bungalow-Hotel. Endlich einmal Zeit am Pool und in der Sonne zu relaxen. Ein Höhepunkt der Rundreise war für mich sicherlich der Besuch des Valle de los Ingenios und der Stadt Trinidad. Das Tal der Zuckermühlen ist eine traumhafte Landschaft. Leider mit trauriger Vergangenheit. Sklaven mussten dort Zuckerrohr anbauen. Der erwirtschaften Reichtum der Zuckerbarone ist in Trinidad zu sehen. Das Tal und der Ort stehen seit 1988 unter UNESCO-Schutz. Die Innenstadt ist restauriert worden und ähnelt einem Freilichtmuseum mit sehr schönen Kolonialhäusern, Museen, der Kathedrale und dem zentralen Plaza Mayor. Ich hatte ausreichend Zeit, die Atmosphäre zu genießen. Auch heute kamen wir zeitig in unserem Hotel in Cienfuegos an. Leider wartete dort eine herbe Enttäuschung. Ein lang anhaltendes Tropenschauer vermieste uns ein Bad im Karibischen Meer. Es sollte bis zum späten Abend andauern. Die Zimmer waren sehr grenzwertig, gerade noch bewohnbar, mit feuchten Wänden, klammer Bettwäsche, dunkel und und und. Der einzige Lichtblick waren die All-Inklusiv- Leistungen. Also mussten wir uns diese Station an der Bar schön trinken. Zahlreiche sowjetische Investitionen nach der Revolution bescherten der Stadt einigen Wohlstand. Dies konnte ich in der Fußgängerzone auf dem Weg zum Parque Jose Marti deutlich zu erkennen. Die Fußgängerzone ist neu renoviert und in den zahlreichen Geschäften gibt es für konvertible Peso alles zu kaufen. Der Parque Jose Marti und die umliegenden Gebäude gehören ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders sehenswert ist das Innere des Teatro Tomas Terry. Weiter ging es entlang des Malecon bis zum südlichen Ende nach Punta Gorda. Dort bestaunte ich alte Herrenhäuser. Von der Dachterrasse des Palacio de Valle hatte ich, wieder bei einem kühlen Drink, einen wunderschönen Blick über die Bucht. Nach unserem Mittagessen im weißen Marmor Palast setzten wir unseren Weg nach Santa Clara fort. Santa Clara spielte in der kubanischen Revolution die entscheidende Rolle. Nachdem die Stadt in die Hände der Rebellen gefallen war, flüchtete der Diktator Batista. Etwas außerhalb der Stadt befindet sich auch das Che-Guevara-Memorial mit einer gigantischen Statue. Unterhalb des Denkmals ist das Mausoleum und ein kleines Museum über Che Guevara. Die Anlage ist 1997 entstanden. Im gleichen Jahr wurden Che Guevara und einige seiner Kampfgefährten dort beigesetzt. Das Mausoleum ist zu besichtigen. Allerdings herrschen dort strenge Regeln. Kameras, Taschen sowie Kopfbedeckung in jeglicher Form und Gespräche sind untersagt. Auf die Einhaltung achtet das zahlreiche Aufsichtspersonal streng. In der Stadt selbst ist der Parque Vidal mit den umliegenden Gebäuden sehenswert. Nach einem Spaziergang durch die Fußgängerzone erreichten wir den Tren Blindado, den gepanzerten Zug, der zum Ausgang der Revolution entscheidend beitrug. Übernachtet haben wir in einem wunderschönen Bungalowhotel. Das beste Hotel auf unserer Rundreise. Leider mussten wir am Nächsten morgen diese schöne Anlage verlassen. Unsere Tour führte uns über die Peninsula de Zepata. Besser bekannt ist allerdings die angrenzende "Schweinebucht". Der größte Teil der Halbinsel ist Naturschutzgebiet und nur für Wissenschaftler zugänglich. Große Teile der Halbinsel bestehen aus unzugänglichem Sumpfgebiet. Normaltouristen wie wir durchqueren den Ort Australia mit den Ruinen der Zuckerfabrik, in der Castro während der Invasion sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte, und stoppen in der Nähe von Guama um eine Krokodilfarm zu besuchen. Beides ist nicht besonders lohnenswert. Aber unser Tagesziel war schließlich La Habana, die Hauptstadt. Havanna erreichten wir am späten Nachmittag in einem heftigen Regenschauer. Die Abwasserkanäle konnten die Wassermassen nicht aufnehmen. So waren mehrere Straßen wegen Überschwemmung gesperrt. Auch der berühmte Malecon war außerhalb der Innenstadt gesperrt. Die Wellen donnerten über die Mauer direkt auf die Fahrbahn. Nur mit Umwegen erreichten wir unser Hotel im Stadtteil Miramar. Gott sei Dank hatte sich der extreme Sturm am nächsten Morgen gelegt. Es regnet zwar noch leicht aber unser Piedro zeigt sich flexibel. So besichtigen wir zuerst das Capitol. Dieses Gebäude ist zwar seinem berühmten Vorbild in Washington nachempfunden, jedoch nie als Regierungssitz genutzt worden. Da es wieder stärker regnete, besichtigen wir als Nächstes erst einmal das Rummuseum vom Havanna Club, inklusive Verkostung. Anschließend starteten wir zu unserem Rundgang durch Havannas Altstadt, vorbei am ersten Parlamentsgebäude, über die restaurierte Plaza Vieja zur Iglesia de San Franscisco de Asis weiter zum Castillo de la Real Fuerza, warfen einen kurzen Blick ins Hotel Ambos Mundus, in dem einst Ernest Hemingway residiert hatte. Kurz vor der Mittagspause bestaunten wir noch die Kathedrale mit der alten Plaza und nahmen einen Aperitif a la Hemingway in der Bodeguita del Medio. Zum ersten Mal fand ich, dass das Embargo auch etwas Gutes hat. Wenn ich mir vorstelle, dass vielleicht täglich Tausende von Kreuzfahrern in die Altstadt Havannas einfallen, war sie jetzt fast menschenleer. Gestärkt in einem Nobelrestaurant Havannas, dem Club 1830 schlenderten wir am Nachmittag weiter auf Hemigways Spuren. In der Bar Floridita musste es natürlich ein Daiquiry sein. Zum Schluss noch ein Stopp vor dem Edifico Barcadi und dem Gran Teatro und ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende.      Heute sollte unser letzter Ausflug stattfinden. Frühzeitig starteten wir in Richtung Pinar de Rio und zum Tal von Vinales. Pinar del Rio ist bekannt für seine starken Regenfälle und die Tabakplantagen. Das Gebiet ist aber gleichzeitig die ärmste Region Kubas. Traurige Berühmtheit erlangte es während der Kuba-Krise. Dort waren die sowjetischen Raketen stationiert. Vom Aussichtspunkt Los Jazmines ist der Blick ins Tal von Vinales einzigartig. Unser Mittagessen nahmen wir direkt unterhalb der Wandmalereien von Mural de la Prehistoria ein. Diese riesige Felsmalerei ist nicht alt, sondern erst auf Veranlassung Castros in den 60er-Jahren entstanden. Die Besichtigung der Indianerhöhlen mussten wir leider ausfallen lassen. Die Zufahrtsstraße war total überflutet. So machten wir uns zeitig auf den Rückweg nach Havanna über eine kubanische Autobahn. Die Fahrt und Rast auf einer kubanischen Autobahn ist ein besonderes Erlebnis. Fahrbahnmarkierung sucht man selbst auf einer vierspurigen Autobahn vergebens. Ebenso ist dort jegliche Art von Fortbewegung zu finden, Lastwagen, Busse, Pkws, Kutschen, Radfahrer und sogar Fußgänger. Es ist alles erlaubt, sogar parken. In Deutschland wäre so etwas undenkbar. Bevor ich am Sandstrand von Varadero entspannen konnte, standen noch letzte Programmpunkte in Havanna an. Zuerst besuchten wir den Cementerio de Colon mit dem berühmten Grabmal von Amelia Goyre de la Hoz. Das Grab der Heiligen wird permanent bewacht.  Auch die anderen monumentalen Grabstätten sind sehenswert. Ein letzter Fotostopp musste für uns auf dem Plaza de la Revolution mit dem Monumento Jose Marti und dem Gebäude des Ministerio del Interior mit Che Guevaras Konterfei sein. Das eigentliche Regierungsviertel hinter dem Monumento Jose Marti ist Sperrgebiet und nur für Regierungsangehörige zugänglich. Ich hatte noch Zeit für einen halbstündigen Bummel über den Touristenmarkt. Danach ging es nach Varadero, durch die Hafenstadt Matanzas, die Ölfelder und über das Tal der 1000 Palmen. Insgesamt konnte ich vier Tage an dem langen, breiten und feinsandigen Strand entspannen. Das Wasser hatte eine angenehme Badetemperatur. Die Wellen waren höher als normal. In einer sicheren Entfernung zog ein Hurrikan vorbei. In Varadero waren die Ausläufer zu spüren. Deshalb regnete es ab und zu etwas. Leider war ab dem dritten Tag das Baden verboten. Das Meer war zu unruhig. Untergebracht waren wir in einem 4-Sterne-Hotel. Wir kannten es ja bereits. Auch hier mussten einige Abstriche gemacht werden. Zwei Tage funktionierte der Fahrstuhl nicht. Das Essen im A-la-Carte-Restaurant war nicht nach meinem Geschmack. Das abendliche Unterhaltungsprogramm hätte besser nicht stattgefunden. Am 31.10. waren dann die letzten Stunden am Pool angebrochen. Am Morgen musste ich vor dem langen dunklen Winter die letzte Sonne tanken. Um 12:00 Uhr sollte ich das Zimmer räumen. Kurz vorher wollte ich meine reisefertige Handtasche, inkl. Pass, Flugticket, Kreditkarten und Bargeld aus dem Zimmersafe nehmen. Dieser ließ sich aber nicht mehr öffnen. Er war schon von der Hotelrezeption gesperrt worden. Also musste ich erst wieder zur Rezeption, ihn freischalten lassen. Irgendwie hatte ich von den zahlreichen kleinen Hindernissen genug und wollte nach Hause. Am Nachmittag wurden wir dann mit einer halben Stunde Verspätung zum Flughafen gebracht.  Um 18:30 Uhr starte die Maschine. Da sie wegen des Wirbelsturms eine andere Route fliegen musste, landeten wir bereits nach 9 Stunden in Frankfurt. Zwei sehr erlebnisreiche Wochen waren zu Ende. Reisende, die faszinierende Landschaften, historische Städte mit kolonialen Gebäuden suchen und sich von einigen Unwegsamkeiten nicht abschrecken lassen, finden in Kuba ein interessantes und preisgünstiges Reiseziel. Für einen reinen Badeurlaub ist dieses Land zu schade. zur Kuba-Foto-Galerie:            Eine Reise von:
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Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
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