© Silke Wolff 2007-2016       Impressum/Disclaimer

West-Kanada / Alaska - Inside Passage

© Text und Photos: Silke Wolff Am 20. Mai 2006 startete ich wieder zu einer Wunschreise. Nach West-Kanada ging es. Im Sommer 1992 war ich schon einmal dort und war gespannt, was sich dort verändert hatte bzw. ob ich einiges wiedererkennen würde. Nach einer einwöchigen Busrundreise sollte für mich ein Abenteuer beginnen, eine Kreuzfahrt auf der Inside-Passage nach Alaska. Ich war noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff und wusste nicht was mich dort erwarten würde. Zu meiner Seefestigkeit hatte ich ebenfalls kein großes Vertrauen. Zunächst flog ich von Hannover über Frankfurt am Main nach Calgary. Spätnachmittags landete ich dort. Direkt am Flughafen wurde die Reisegruppe vom örtlichen Reiseleiter in Empfang genommen und wir fuhren direkt zu einer Orientierungsfahrt in die Innenstadt. Total müde bezog ich am Abend mein Hotelzimmer. Allerdings blies die Klimaanlage genau ins Bett. Daher fragte ich den Bell-Boy wie sie auszuschalten sei. Er schickte mir darauf den Haustechniker, der den Lüftungsschacht mit Betttüchern verstopfte. Ich habe gut geschlafen. Ausgeschlafen machte sich die Gruppe am nächsten Morgen zu einer ausgiebigen Stadtrundfahrt auf. Besichtigt haben wir das alte und neue Rathaus, die Innenstadt und der Stampede-Park. Danach fuhren wir vorbei am Olympia-Gelände durch die Prärie Richtung Rocky Mountains. Unseren Mittagsstopp legten wir im Skiort Banff ein. Der Ort liegt mitten in den Rocky Mountains, eingerahmt von Dreitausendern. Am Nachmittag erkundeten wir die schöne Umgebung und genossen den Luxus des Hot Spring Hotels. Abends hatte ich die Gelegenheit den idyllischen Ort auf eigene Faust zu erkunden. Übernachtet haben wir in einem sehr schönen Chalet am Rande von Banff. Die nächste Tagesroute führte uns auf dem Icefield-Parkway nach Norden. Der Icefield-Parkway zählt zu den Traumstraßen dieser Welt und führt ca. 285 km von Banff nach Jasper. Unser erster Halt war am Lake Louise. Der See war noch fast bis zur Hälfte zugefroren. Einige Schneefelder erinnerten noch an den letzten Winter. Straßen, die weiter bergauf führten, waren noch wegen des Schnees gesperrt. Als wir ausstiegen, fing es auch noch an zu regnen und es war bitterkalt. Da ich wusste, dass für mittags eine Fahrt auf den Athabasca Glacier geplant war, befürchtete ich, dass dies im Nebel und Regen untergehen würde. Als wir aber die Talstation erreichten, verschwanden langsam die Wolken und der Nebel. Nachdem wir mit den Spezialfahrzeugen auf den Gletscher gefahren waren, strahlte die Sonne. So stand ich bei Bilderbuchwetter am Rande des Columbia-Icefields, eines der größten Eisfelder der Rocky Mountains. Nach diesem einzigartigen Erlebnis ging es weiter durch die atemberaubende Landschaft der Rockies, vorbei an Gletschern, Schneefeldern und Flüssen. Den letzten Stopp des Tages machten wir an den Athabasca-Falls. Den schönen sonnigen Abend verbrachten wir in einen ruhigen kleinen Ort mitten in den Rocky Mountains, Jasper. Jasper besteht aus ein paar Hotels/Motels, einem kleinen Geschäftsviertel und dient als Umschlagplatz für die Canadian National Railroad.   Leider musste ich am nächsten Morgen diesen schönen Ort schon wieder verlassen. Unsere Tour führte mich aus den Rockies heraus, vorbei am Mount Robson zu den kaskadenartigen Wasserfällen im Wells Grey Provincial Park. In Clearwater verpflegten wir uns bei einem deutschen Bäcker mit belegten Broten (jawohl, richtiges Vollkornbrot. Das ist in Nordamerika kaum zu bekommen). An einem wunderschön gelegenen See schmeckte mir besonders gut. Ansonsten hat der Tag und die Strecke nach Kamloops nicht besonders viel zu bieten. Auch das Wetter spielte nicht mit. Es regnete immer wieder stark. Kamloops liegt verkehrsgünstig zwischen Vancouver und den Rocky Mountains und ist daher für eine Zwischenübernachtung gut geeignet. Wir übernachteten weit außerhalb der Stadt in einem Industriegebiet mit einigen Hotels, Shopping-Centern und Industrie. Ich verbrachte dort trotzdem einen schönen Abend. Zum Essen ging ich in eine Sport-Bar, die sich in einem nahegelegenen Shopping-Center befand. Dort kam ich mit ein paar Kanadiern vom Nebentisch ins Gespräch. Zum Glück fuhren wir schon früh am nächsten Morgen weiter, um gegen Mittag in Whistler zu sein. Whistler ist ein angesagter Skiort mit vielen Freizeitangeboten, der auch im Sommer seine Vorzüge hat und Austragungsort der nächsten Olympischen Winterspiele sein wird. Aus der idyllischen Atmosphäre von Whistler ging es direkt in das quirlige Vancouver. Das Erste in Vancouver war natürlich eine Orientierungsfahrt durch den Stanley Park, Chinatown, Gastown etc., Lunch-Stopp auf Granville Island mit anschließender Gelegenheit zum Einkaufen. Aus meiner Sicht hat sich die Stadt seit meinem ersten Besuch 1992 sehr verändert. Das Bild ist stark asiatisch geprägt. Endlich sollte mein Höhepunkt der Reise beginnen. Früh am Morgen verließen wir Vancouver. Unser Weg führte Richtung Süden über die amerikanische Grenze direkt zum Kreuzfahrtpier in Seattle. Dort wartete die Norwegian Sun. Allein die Einschiffung auf diesem Luxuskreuzfahrtschiff war ein Erlebnis. Das Personal war sehr sehr zuvorkommend und trotz der ca. 1.900 Passagiere, die innerhalb von 3-4 Stunden eingecheckt wurden, lief alles problemlos und ohne Verzögerungen ab. Am Check-in wurde von jedem Passagier ein digitales Foto gemacht und jeder bekam eine Bordkarte. Diese war während der gesamten Kreuzfahrt mein Ausweis, Zahlungsmittel und Kabinenschlüssel zugleich. An Board musste ich zuerst meine Kabine inspizieren. Ich hatte großes Glück. Obwohl ich eine Innenkabine gebucht hatte, bekam ich eine Außenkabine mit großem Bullauge, wenn auch auf dem untersten Passagierdeck und im vorderen Bereich des Schiffes. Außenkabine ist aber Außenkabine. Im Anschluss wollten natürlich die 9 weiteren Passagierdecks erobert werden. Zu entdecken gab es sehr sehr viel, insgesamt 9 Restaurants, 10 Bars und Lounges, das Theater, die Ladengalerie, das Casino, die Bibliothek, das Fitness Center, die Chapell, das Pooldeck und und und. Mich auf Anhieb zurecht zu finden, war fast unmöglich. Zum Glück waren in jedem Treppenhaus und an jedem Fahrstuhl Deckpläne abgebracht und ich hatte eine ganze Woche Zeit. Am späten Nachmittag legte die Norwegian Sun in Seattle ab, Richtung Norden, durch die Inside Passage nach Alaska. Mein erster Tag an Bord war gleichzeitig einer der Seetage. Die Sonne versteckte sich zwar hinter den Wolken, trotzdem genoss ich die vorbeiziehende Landschaft und das Bordprogramm sorgte ebenfalls für genug Abwechslung. Ich schwelgte in den verschiedenen Restaurants, lauschte der Kunstversteigerung und besuchte am Abend der Aufführung im Bordtheater. Der nächste Tag begann früh. Als ich die Gardinen aufzog, hatte das Schiff bereits in Ketchikan angelegt. Ab 7:00 Uhr war der Landgang. Im Visitor Center bekam ich eine Karte für einen Stadtrundgang. Also machte ich mich auf dem Weg den Ort zu erkunden. In unmittelbarer Nähe des Kreuzfahrtpiers ging es sehr touristisch zu, ein Souvenirladen neben dem Anderen. Mein Weg führte vorbei an der St. John's Street, durch den Whale Park über die Fußgängerbrücke in die Creek Street. Die Creek Street ist das ehemalige Vergnügungsviertel. Der Married Man Trail führt auch direkt aus dem Wohnviertel ins Vergnügungsviertel. Heute befinden sich dort zahlreiche Restaurants, Geschäfte, Museen etc.. In der Nähe von Dolly's House sah ich meinen ersten freilebenden Weißkopfadler, das Wappentier der USA. Das West End der Stadt ist der Business District und ursprünglicher. Dort befinden sich man noch alte Lager- / Geschäftshäuser, Flugzeughanger und Anlegestege für Wasserflugzeuge. Pünktlich wieder an Board ging es weiter nach Norden. Wir wollten schließlich am nächsten Morgen schon in Juneau, der Hauptstadt Alaskas sein. Den wunderschönen sonnigen Abend verbrachte ich auf dem obersten Deck. Dort war ich die ganze Zeit allein, während die atemberaubende Naturlandschaft vorbeizog. Die Reisegruppe traf sich auf dem Pier zu einem Ausflug zum Mendenhall Glacier. Entgegen der Besuchermassen stoppten wir zuerst am Glacier Garden. Dies ist ein künstlich angelegter Regenwald, auch mit für Alaska ungewöhnlich blühenden Blumen. Mit Golfcars wurden wir über das Gelände gefahren. Der Mendenhall Glacier ist der einzige Gletscher in Alaska der direkt anzufahren ist. Ein Pfad führte mich vom Besucherzentrum entlang des Gletschersees zu einem Aussichtspunkt. Bis zum Ablegen hatte ich noch Zeit Juneau zu erkunden, dass State Capital, das Governor's Manson und die St. Nikolas Old Russian Church. Natürlich nahm ich auch ein Drink im legendären Red Dog Saloon mit seiner urigen Einrichtung und dem mit Sägemehl bestreuten Fußboden. Spät nachmittags fuhr das Schiff in den Tracy Arm ein, um vor dem Sawyer Gletscher zu kreuzen. Mit dem riesigen Kreuzfahrtschiff in den engen Arm war schon ein Abenteuer. Die Felswände waren teilweise zum Greifen nah. Je weiter wir in den Arm einfuhren, desto kälter wurde es. Das Eis auf dem Wasser wurde ebenfalls immer dichter. Mitten im Arm kam die Durchsage von der Brücke, dass das Schiff hinter der nächsten Biegung drehen würde. Leider konnten wir nicht bis zu Gletscher fahren, da das Eis zu dicht und es dadurch zu gefährlich wäre. Die Breite des Arms reichte gerade um das Schiff, fast auf der Stelle, zu drehen. Schade, so fiel der Saywer Glacier aus. Vier Tage fuhr unser Schiff nun schon nach Norden und von Tag zu Tag bekamen wir jeweils morgens und abends eine Stunde Tageslicht geschenkt, bis wir Skagway, dem nördlichsten Hafen der Inside Passage erreichten. Die Westernfassade, die Holzbürgersteige und Salons erinnerten mich an die Zeit als Skagway Ausgangspunkt für den Goldrausch am Klondike war. Auch wir begaben uns auf die Spuren der Goldsucher. Mit der White Pass & Yukon Railway zur Station Fraser in British Columbien / Kanada. Zwei Stunden schlängelte sich der historische Zug durch die zerklüftete Bergwelt bis zur Station. Einige Stunden waren noch Zeit um mich in der Westernatmosphäre von Downtown-Skagway treiben zu lassen. Danach hieß es wieder alle Mann an Board. Bis wir unseren letzten Hafen, Prince Rupert am späten Nachmittag des folgenden Tages erreichten, war wieder ausgiebig Zeit die Einrichtungen und das Programm  an Board auszukosten. Prince Rupert hat allerdings wenig bis gar nichts zu bieten. Nur direkt am Kreuzfahrtpier gab es ein paar Geschäfte und Cafés. Nach zwei Stunden war mein Rundgang beendet. Laut Gesetz sind nur alle Kreuzfahrtschiffe, die nicht mit amerikanischer Besatzung fahren, verpflichtet mindestens einen Hafen außerhalb der USA anzulaufen. Deshalb der Alibistopp in Prince Rubert. Ein weiterer Seetag stand uns bis Seattle noch bevor. Wieder ausreichend Gelegenheit um die Kreuzfahrt zu genießen. Auf offener See spielte, genau wie am ersten Tag das Wetter nicht mit. Bei Windstärke 8 durften die Außendecks nicht mehr betreten werden und einige Teilnehmer unserer Reisegruppe zogen sich in die Kabinen zurück. Erstaunlicherweise habe ich das Ganze sehr gut überstanden. Noch ein letztes Frühstück im Outdoor Garden Café mit Blick auf die Skyline von Seattle und die Ausschiffung begann. Das Ganze lief noch organisierter und besser ab als die Einschiffung. Je nach Farbe verließen alle Passagiere das Schiff. Das Gepäck, das in der Nacht abgeholt worden war, war sortiert nach Farben in einer großen Halle aufgestellt. Also lief ich die Reihe ab und pickte meinen Koffer raus. Unser Ziel war noch einmal Vancouver in Kanada. Dort sollten wir zum Abschluss noch zwei Tage verbringen.  In Vancouver angekommen, bummelte ich bei herrlichem Sonnenschein durch Gastown, beobachte am Canada Place die Kreuzfahrtschiffe und war zum Sonnenuntergang in der English Bay, dem Stadtstrand. Ein letzter Ausflug stand noch auf dem Reiseprogramm, Vancouver Island. Mit der Fähre setzten wir früh über. Endlich wieder schwankenden Schiffsboden unter den Füßen. Allen fiel nach einer Woche Kreuzfahrt das Laufen an Land schwer. Um den Buchart Garden richtig kennenzulernen, fehlte uns leider etwas Zeit. Zwei Stunden waren für das große Gelände etwas zu knapp bemessen. Aber wir wollten ja noch nach Victoria mit dem historischen Parlamentsgebäude und dem legendären Empress-Hotel. Im Empress-Hotel geht es tatsächlich britischer als britisch zu. Im Bengalen-Saal war gerade Tea-Time und fühlte mich im ganzen Hotel in britische Kolonialzeit zurückversetzt.   Noch ein Abschieds-Frühstück im 24. Stock unseres Hotels mit Blick auf Downtown-Vancouver und die English Bay und es hieß Abschied nehmen. Von Vancouver flog ich über Toronto und Frankfurt zurück. zur West-Kanada- und Alaska-Foto-Galerie:
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...
www.bergeundmeer.de

Foto-CD: Alaska

Meine schönsten Fotos sind für € 6,99    inkl. Porto und Verpackung auf einer Foto-CD erhältlich. Ist Ihr Interesse geweckt, dann klicken Sie für die Bestellung einfach hier.

Foto-CD: West-Kanada

Meine schönsten Fotos sind für € 6,99    inkl. Porto und Verpackung auf einer Foto-CD erhältlich. Ist Ihr Interesse geweckt, dann klicken Sie für die Bestellung einfach hier.
Reiseberichte und -fotografie
Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
Deutschland Skandinavien Europa Nordamerika Südamerika Afrika Asien Ozeanien Fotogalerie über mich