© Text u. Photos: Silke Wolff
Am 22.02.2003 starteten Gaby und ich
unsere Tour Richtung Südamerika. Vorher war ich noch nie auf diesem
Kontinent. Erwartungsvoll bestieg ich den Flieger
von Paderborn über Frankfurt und Sao Paulo nach
Uruguay. Nach ca. 15 Flugstunden landeten wir in
Montevideo.
Montevideo ist eine überschaubare
gemütliche Stadt. Die zahlreichen Straßencafés auf
den Plazas laden zum Verweilen ein. So gewöhnten wir
uns bei sommerlichen 25 Grad C schnell an das
südamerikanische Leben.
Montevideo
Einige Kuriositäten
waren für uns allerdings auffallend: Für die meisten
Bewohner Montevideos scheint es undenkbar,
ohne ihren Mate-Tee zu sein. Der typische Becher und
die Thermosflasche gehören zu ihrer
Standardausrüstung.
Eigenartig für uns war auch, dass Briefmarken nur in
den Apotheken verkauft werden. Briefkästen sind
ebenfalls dort zu finden.
Sehr schnell wurde uns klar, dass wir
nicht, wie wir es auf Reisen gewohnt waren, mit Traveller- Checks und Kreditkarten bezahlen konnten.
Nur Bar-Dollar waren gern gesehen, ob zum Bezahlen
in Geschäften oder Restaurants oder zum Wechseln in
die jeweilige Landeswährung.
Am 4. Tag unserer
Reise fuhren wir mit der Schnellfähre über den Rio
de la Plata nach Buenos Aires. Ein bisschen was vom
alten Flair des Paris Südamerikas fanden wir in
Vierteln wie San Telmo, im Café Tortoni oder im
Teatro Colon. Tango wird in Argentinien nicht
vom jedem und überall mehr getanzt. Trotzdem ließen
wir uns eine Dinner-Show nicht entgehen. Es war ein
gelungener schöner Abend.
Buenos Aires
Untrennbar mit dieser
Stadt verbunden ist das Leben der Evita Peron. Ihr
begegneten wir in Form von Bildern etc. überall.
Natürlich besuchten wir auch ihr Grab auf dem
Friedhof von Recoleta.
Von Buenos Aires aus
unternahmen wir einen Ausflug zu einer Estancia am
Rande der Stadt. Lt. Programm sollten wir dort mit
dem Leben und den Bräuchen der Gauchos Bekanntschaft
machen. Das Ganze entpuppte sich allerdings als
Touristenfalle. Anwesend waren ca. 500 Touristen aus
der ganzen Welt. Bei dem klassischen Asado gab es
unbegrenzt Bier und Wein. Nach 2
Stunden fanden wir uns zwischen lauter angetrunkenen älteren
Amerikanern wieder. Die abschließende kurze
Reitershow war auch nur auf die seichte Unterhaltung
der Gäste ausgerichtet. Insgesamt gesehen, hätten wir
auf diesen Tag gut verzichten können.
Am 7. Tag flogen wir
von Buenos Aires nach Asuncion/Paraguay. Die
familiäre Atmosphäre fiel uns zum ersten Mal bei der
Einreise am Flughafen auf. Bei 36 Grad C
Abendtemperatur verbrachten wir die Zeit
in Café/Restaurante Lido. Die Lido-Bar liegt direkt
im Kern von Asuncion und ist abends der zentrale
Treffpunkt. Schnell waren wir, auch ohne
Spanischkenntnisse, mit den Leuten in Kontakt. Noch
ein paar Tage länger und die ganze Stadt hätte
gewusst, dass zwei deutsche Touristinnen in der
Stadt sind.
Während eines
Tagesausflugs sahen wir Land und Leuten.
Wir besuchten den Ferienort San Bernadino, die
Kirche von Yaguarón und die heilige Jungfrau in
Caacupé.
Paraguay
Am 9. Tage machten
wir uns ohne Reiseleitung auf den Weg nach
Brasilien. Vom Busbahnhof in Asuncion fuhren wir mit
einem komfortablen Reisebus Richtung Osten nach
Ciudad del Este und über die brasilianische Grenze
nach Foz de Iguacu.
Im Hotel & Resort San
Martin angekommen, machten wir uns sofort wieder auf
den Weg um mit dem Helikopter über die Wasserfälle
von Iguacu zu fliegen. Die Fälle liegen mitten in
einem riesigen Nationalpark. Als die Fälle in Sicht
kamen, war dies ein überwältigendes
Erlebnis.
Iguacu
Am nächsten Tag sahen
wir uns die Fälle erst von argentinischer Seite und
dann von brasilianischer Seite an. Unsere örtliche
Reiseleiterin hatte Recht. Von Argentinien kamen wir
sehr nach an die Fälle heran und duschten z.B. in
der Gischt der Teufelsschlucht. Dafür konnten wir
von brasilianischer Seite das Panorama ansehen.
Iguacu
Auf dem Flug nach Rio
de Janeiro drehte die Maschine der Varig noch eine
Ehrenrunde über die Wasserfälle.
Rio sollte die letzte
Station unserer Reise sein. Wir kamen dort einen Tag
nach Rosenmontag an. So erlebten wir noch den Rest
vom Karneval mit, der Stimmung in den Straßen und
die Entscheidung, welche Sambaschule den ersten
Preis gewinnt. Natürlich sahen wir uns auch die
Sehenswürdigkeiten an, den Sambadom, die Kathedrale,
die Altstadt, Santa Theresa, den Corcovado und den
Zuckerhut. Den letzten Tag verbrachten wir am
Strand, an der Copacabana und holten uns einen
Sonnenbrand. Rio ist eine faszinierende Stadt.
Sehenswürdigkeiten, Shopping und Strände, alles was
man sich wünscht.
Rio de Janeiro
Nachdem wir einen
letzten Sonnenuntergang an der Copacabana genossen
hatten, flogen wir zurück nach Hause.
Für mich war es eine
tolle Reise. Besonders ist mir die Freundlichkeit
und Hilfsbereitschaft der Südamerikaner aufgefallen.