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u. Photos: Silke Wolff
Nach fast fünf Jahren
Vorbereitung ging im März 2005 ein weiterer Traum in
Erfüllung, eine 20-tägigen Rundreise durch Neuseeland, von
Christchurch ins Fjordland, die Westküste hoch zum Abel
Tasman National Park, quer über die Nordinsel bis zur Bay of
Island.
Am 02. März startete
ich von Kassel-Wilhelmshöhe mit dem ICE zum Flughafen
Frankfurt am Main. Trotz fast einer Stunde Zugverspätung
konnte ich zeitig einchecken. Pünktlich startet die Boeing
747 der Korean Air Richtung Seoul / Südkorea. Vor mir lag
die erste Etappe, 9 1/2 Stunden Flug und 8.560 km bis Seoul.
Dort wartete für 6 Stunden ein gebuchtes Zimmer im
Transitbereich des Flughafen. Eine tolle Idee vom
Reiseveranstalter, keine Einreiseformalitäten und kein
Warten am Gepäckband. Nach einer Dusche und ein paar Stunden
Schlaf war ich fit für die zweite Etappe nach Auckland, 11
Stunden Flug und 9.670 km. In Auckland angekommen, musste
ich
erst einmal die Einreiseformalitäten erledigen.
Anschließend wollte ich das Gepäck für den Inlandflug nach Christchurch
neu einchecken. Dies war am
internationalen Terminal aufgrund eines Computerausfalls
nicht möglich, sodass ich erst den Shuttle zum
nationalen Terminal benutzen musste. Damit dabei auch nichts
schief lief, hatte der örtliche Reiseveranstalter
außerplanmäßig eine deutschsprachige Reiseleiterin
geschickt. Wieder eine gute Idee. 3 1/2 Stunden
später startet die letzte Etappe, gut 1 Stunde Flug und
763 km bis Christchurch. Dort kam ich am einem
wunderschönen sonnigen Spätsommernachmittag an. Der
örtliche Reiseleiter nahm die Reisegruppe in Empfang und
verband die Fahrt zum Hotel gleich mit einer
Orientierungsfahrt durch die City. Christchurch wird auch
die Gartenstadt genannt. Dieses wird einem besonders
deutlich, wenn man aus dem grauen deutschen Winter kommt. Im
Hotel endete der Tag früh.
Ausgeschlafen stand
am nächsten Morgen die Stadtrundfahrt in Christchurch an. Besichtigt wurde das Christ's College, das
Canterbury Museum, der Botanische Garten, der Cathedral
Square, die Kathedrale etc.. Auch die Außenbezirke Lyttelton
Harbour und the Sign of Takahe fehlten nicht. Die Stadt
erinnerte mich wirklich sehr stark an England.

Kathedrale Christchurch
Die Gastfarmer, bei denen wir übernachten sollten, erwarteten
uns nachmittags bereits in Fairlie. Ich wurde mit einem netten
Ehepaar und unserem Reiseleiter auf einer wunderschönen Farm
etwa 20 Minuten von Fairlie untergebracht. Vor dem Dinner
machten wir gemeinsam eine Farmrundfahrt. So sah ich einen
Teil der ca. 6.000 Schafe, 300 Rinder und 120 Stück
Dammwild. Das war nur die Anzahl der Tiere, die auf Foxdown
überwinterten. Während des Sommer waren ungefähr doppelt
soviel Tiere dort. Abends wartet ein
Rosermunde-Pilcher-Zimmer auf mich.
Farmland
Der nächste Tag
begann früh mit einem guten Frühstück. Vor uns
lag ein langer Weg, ca. 500 km bis Te Anau. Der Weg führte
uns vorbei am Lake Tekapo, mit der Church of Good Shepard und
dem Denkmal für Hirtenhunde. In dieser Gegend wurden einige
Szenen von "Herr der Ringe" gedreht. Am See lernte ich das
erste typisch neuseeländische Natur-Phänomen kennen, den
starken Nord-West-Wind, der mit 120 km/h über den See fegte.
Alle konnten sich kaum auf den Beinen halten oder frei
bewegen.
Lake Tekapo
Weiter ging es
vorbei am Lake Pukaki, über den Lindis Pass zum Karawarau
Bungy Centre. In diesem Center wurde das Bungy-Jumping
erfunden und natürlich musste ich, trotz strömenden Regens,
erst ein paar Springern zusehen. Selbst habe ich mich
allerdings nicht getraut. In Te Anau angekommen, erfuhr
unser Reiseleiter, dass die Straße zum Milford Sound fast
den ganzen Tag gesperrt war. Wie sollte es am nächsten Tag
weitergehen? Nach einer Stunde kam schon die Entwarnung. Die
Straße war wieder freigegeben. Den Abend verbrachte ich in
Te Anau, einem idyllischen kleinen touristischen Ort, der am
gleichnamigen See gelegen ist und Ausgangspunkt für Ausflüge
in das Fjordland ist.
Te Anau
Unsere Reisegruppe
brach trotz der Dunkelheit bereits um 7:00 Uhr morgens auf.
Wir wollten die Ersten auf der einzigen Straße zum Milford
Sound sein. Die Landschaft am ersten Fotostopp erinnerte
wieder sehr stark an die Filmlandschaften aus "Der Herr der
Ringe". Der Morgennebel lag noch über dem Tal. Hinter den
Bergen stieg aber bereits die Sonne auf. Für den Mirrow Lake
war es leider etwas zu früh am Tag. Die Sonne war noch
nicht durch den Morgendunst gebrochen, sodass sich die Pflanzen
noch nicht voll im Wasser des Sees spiegelten. Nach weiteren
Stopps am Falls Creek und am Homer Tunnel erreichten wir am
späten Vormittag den Milford Sound. Es war kühl. Aber bei
Sonnenschein bestieg ich ein Boot für eine ca. 2-stündige
Tour auf dem Sound. Ich hatte Glück und ergatterte einen
Stehplatz am Buck des Schiffes. Der Sound bot eine
umwerfende Kulisse mit atemberaubender Landschaft. Auch die
Delphine ließen es sich nicht nehmen, das Boot ein paar Minuten zu
begleiten. Die Pelzrobben sonnten sich auf ihrem
Lieblingsfelsen. Nur die Pinguine ließen sich nicht blicken.
Ziel des Tages war Queenstown, einem quirligen Ferienort am
Lake Wakatipu.
Milford Sound
Den freien Tag in
Queenstown habe ich so richtig genossen, ausgiebiges
Frühstück und am Vormittag ein Bummel durch die Stadt
gemacht. Den
Nachmittag verbrachte ich auf den Peak bei Sonne und
herrlicher Aussicht über Stadt, See und Berge. Es war ein
richtiger Urlaubstag zum Relaxen.
Queenstown
Vom Fjordland ging
es weiter Richtung Norden in das Gletschergebiet. Frühzeitig
stoppten wir in Arrowtown, um bei einem Juwelier echte Gold-Nuggets und die Goldgräberatmosphäre des Ortes zu
bestaunen. Die Strecke führte weiter über die Crown Range,
durch Cardrona, entlang des Lake Wanaka über den Haast Pass
zum Thunder Fall Creek weiter zu dem kleinen Ort Fox
Glacier.
Crown Range
Der Ort Fox Glacier
lebt vom Tourismus. Es gibt dort eine handvoll Motels und
Restaurants und ist Ausgangspunkt für Touren zum Fox- und
Franz-Josef Gletscher. Auch ich wollte die Gletscher sehen,
die direkt von der Regenwald-Vegetation eingerahmt werden und
gern mit dem Helikopter einen Rundflug über das
Gletscher-Gebiet machen. Der Flug war für den nächsten
Morgen schon vor dem Frühstück geplant, vorausgesetzt das
Wetter spielte mit. Allerdings sind die Flugbedingungen nicht
immer ideal.
Leider wurde ich sehr früh morgens vom Regen geweckt, sodass
der Flug ausfiel. Mir ging das leid ab. Es wäre für mch der
absolute Höhepunkt der Reise gewesen wäre. Nach dem
Frühstück war so nur vom Aussichtspunkt ein Blick auf den
Fox Glacier möglich . Der Gletscher lag im Dunst und es
regnete immer noch. Schnell ging es weiter zum Franz-Josef-Glacier, in der Hoffnung, bessere Bedingungen
anzutreffen. Auf dem Weg hatte mich das
Glück aber vollkommen verlassen. Ich geriet in einen heftigen
Westküsten-Regen und sah vom Gletscher absolut nichts. Völlig durchnässt kam
ich zum Bus zurück. Unser Reiseleiter improvisierte schnell und
organisierte im nächsten Ort eine Sondervorstellung in einem
Kino. So sah ich einen Film über das Gletscher-Gebiet mit
traumhaften Luftaufnahmen. Gleichzeitig konnte ich mich
etwas trocknen lassen und aufwärmen. Zur Mittagspause in Hokitika hatte aufgehört zu regnen. Hokitika
ist bekannt für seine Jadeschleifereien. Wir erreichten die Stadt Greymouth etwa zwei Stunden nachdem ein Hurrikan dort durchgezogen
war. So sah ich die Verwüstungen. Im deutschen Fernsehen
wurde darüber ebenfalls berichtet. Es dauerte nicht
lange, bis die ersten SMS mit der Frage, ob es uns gut
ginge, ankamen. An unserem Tagesziel Punakaki
brach auch die Sonne wieder durch die Wolken und ich sah
die Pancake Rocks und die Blowholes im weichen Abendlicht.
Übernachten habe ich in einer einsam
gelegenen Lodge direkt am Strand.
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Pancake Rocks |

Punakaki |
Der Truman Track
führte mich am nächsten Morgen durch dichte Vegetation an
einem beeindruckenden typisch neuseeländischen Strand.
Danach fuhren wir durch eine Landschaft, die dem deutschen
Schwarzwald sehr ähnelte, nach Nelson. Zum ersten Mal nach Christchurch kam ich wieder in eine größere Stadt. Das war
erst einmal völlig ungewohnt.
Truman Track
In Nelson änderte
sich auch die Temperatur. Hatte ich bisher mehr
Spätsommer- bis Herbstwetter erlebt, war ab dem folgenden
Tag bis zum Ende der Reise Sommer mit kurzer Hose und
T-Shirt angesagt. Auf der Bootstour entlang des Abel-Tasman-National-Parks genoss ich nicht nur die
Küstenlandschaft sondern auch die Sonne. Ein
Zwei-Stunden-Stopp am Strand ließ richtig Urlaubsfeeling
aufkommen. Ein herrlich entspannter Tag endet im
Samstagabendtrubel in Nelson. Dort hatte am Nachmittag ein
wichtiges Rugby-Spiel stattgefunden. Entsprechend voll waren
die Restaurants und Pubs.
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Nelson |

Abel Tasman National Park |
Der
Abel-Tasman-National-Park war die letzte Station auf
der Südinsel. In Picton legte die Fähre nach Wellington auf
der Nordinsel ab. Die Cook Strait ist für starken Seegang
berüchtigt. Da ich nicht seefest bin, hatte ich etwas
bedenken. Diesmal hatte ich aber viel Glück. Bei traumhaften
Sonnenschein und spiegelglatter See passierten wir erst die
Fjordlandschaft und dann die Cook Strait. Ich war von der
Küste so fasziniert, dass ich während der 4-stündigen
Überfahrt an Deck stand. In Wellington angekommen, startete
sofort die Stadtrundfahrt. An einem Sonntag-Nachmittag war
dies besonders angenehm. In der langsam untergehenden Sonne
schaute ich die einmalige Lage der Stadt vom Mount
Victoria an. Das Regierungsviertel hatte unsere Gruppe für
sich allein. Morgens um 4 Uhr wurde ich schon wieder aus dem
Schlaf geschüttelt. Ein Erdbeben ließ die Stadt erschüttern.
Da ich sowieso früh aufstehen musste, war die Nacht vorbei.
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Cook Strait |

Wellington |
Für heute lag eine
lange Strecke von Wellington nach Rotorua fast über die
gesamte Nordinsel vor uns. Ich, sowie die Meisten der
Reisegruppe, kürzten den Weg etwas ab und bestieg in der
Nähe des Tongariro National Parks ein Flugzeug zu einem
einstündigen Rundflug über den National Park mit den
Vulkanen Mount Ruepehu, Mount Ngautunoe und Mount Tongariro
mit ihren diversen Kraterseen, heißen Quellen und
Schneefeldern. Nach der Landung war ich froh
wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Mir war durch
die diversen Luftlöcher, trotz Reisetabletten, flau im Magen.
In Rotorua angekommen, stieg mir ein starker Schwefelgeruch
in die Nase. Das Gebiet um Rotorua ist für seine heißen
Quellen, Geysire und Schlammtümpel berühmt. Im Hotel war
Eile nötig. Ich hatte einen Maori-Abend mit Essen gebucht.
Unbefangen besuchte ich zu den Show-Teil und war von der
Maori-Musik total begeistern. Deshalb musste ich auch gleich
zwei CD's mit nach Deutschland nehmen.

Rotorua
Nach dem Frühstück
auf einem Schaufelraddampfer mit einer Rundfahrt auf dem
Lake Rotorua besuchten wir das Whakarewarewa-Maori-Kulturzentrum. Zu sehen gab es typisch
maorische Holzschnitzereien, Häuser, ein Kriegskanu etc..
Natürlich gehörte auch ein Rundgang durch die Geysire und
siedenden heißen Seen dazu.
Am Nachmittag ging
die Fahrt weiter Richtung Norden entlang der Bay of Plenty
nach Tairua auf der Coromandel Peninsula. Mittagsstopp war
an dem wunderschönen Maunganue Beach. In unser Lodge angekommen, ging es sofort weiter zum
Hot-Water-Beach. Dieser Strand ist nur bei
Ebbe zu besuchen. Es ist üblich sich Löcher in den Sand
zu graben, die durch warme Quellen gefüllt werden. Abgekühlt
findet man dann im kalten Meer.

Hot-Water-Beach
An nächsten Morgen
brachen wir zur
Bay of Islands/Pahia auf. Auf dem Weg dorthin stoppten wir
für einen kurzen Spaziergang in einem Kauri-Wald. Zu Mittag
gab es heute etwas ganz außergewöhnliches, Bratwurst mit Kartoffelsalat auf neuseeländisch. Es schmeckt
fast wie in Deutschland. Auch einen Stopp an
der Hundertwasser-Toilette in Kawakawa ließen wir nicht aus.
Bay of Islands
Bei Bilderbuchwetter
starteten wir am nächsten Morgen zu einer ausgiebigen
Bootstour durch die Bay of Islands, vorbei an zahlreichen
kleinen Inseln bis zum Hole in the Rock. Die hohen Wellen,
die sich vom offenen Meer durch das Felsloch quetschten,
ließen unser Boot ganz schön schaukeln. Auf dem Rückweg
begleitete uns ein großer Schwarm von Delphinen. Die
Delphine hatten mindestens genau so viel Freude wie wir. Ich
habe sie noch nie so viel und so hoch springen sehen. Mit
einigen anderen aus unserer Gruppe unterbrach ich die Rückfahrt
in Russel. Dieses kleine idyllische Örtchen war zur
Kolonialzeit einmal Hauptstadt von Neuseeland. Ich konnte
mir das kaum vorstellen, als ich an den alten
Kolonialhäusern vorbeischlenderte.
Russel
In Pahia darf
natürlich ein Besuch in Waitangi nicht fehlen. Hier wurde
1840 der Vertrag von Waitangi zwischen den Briten und den
Maoris unterschrieben. Dieser Vertrag gilt noch heute als
Gründung von Neuseeland. Auf dem Gelände waren neben einem
Kriegs-Kanu auch ein Versammlungshaus mit kostbaren
Schnitzereien zu besichtigen. Anschließend fuhren wir wieder
Richtung Süden nach Auckland. Natürlich nicht, ohne
noch ein paar Foto-Stopps einzulegen. Als Erstes
hielten wir in Oponomi. In dieser Bucht gibt es prächtige
Sanddünen zu bestaunen, wie ich sie sonst nur aus Afrika
kenne. Be einem Spaziergang im Waipoua Forest sahen wir die berühmtesten Kauri-Bäume Neuseelands, die Three-Sisters und die beiden von den Maoris verehrten Bäume
Tane Mahuta, God of the Forest und Te Matua Ngahere, Father
of the Forest, beide über 200 m hoch.
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Tane Mahuta |

Te Matua Ngahere |
Die letzten Tage der
Reise waren angebrochen. In Auckland machten wir eine Stadtrundfahrt, einen Bummel durch den Stadtteil St.
Heller mit seinen engen Gassen, kleinen Läden und
Kolonialhäuser und besuchten das Antarctic Museums. Bei einem
Sonnenuntergang auf dem Sky Tower nahmen wir Abschied von
Neuseeland. Morgens hatte ich noch Zeit für
eine letzte Shopping-Tour bevor am Abend der Flieger auf
mich wartete.
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Auckland |

Auckland |
Neuseeland ist
wunderschön. Man findet dort fast alle Landschaften der
Welt: grünes Weideland, hohe Berge, Gletscher, traumhafte
Strände etc. Eine Reise lohnt sich auf jedem Fall. Von den
langen Flugstunden sollte man sich nicht abschrecken lassen.
Der Anblick der Landschaft entschädigt einen dafür mehrfach.
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