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01.2012 © 2012 Silke Wolff Besucht mich auf Facebook:
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© Text und Photos: Silke Wolff Zweimal war ich im Hochsommer in Stockholm. Die Stadt übte auf mich eine einmalige Faszination aus. Sie gilt nicht umsonst als schönste Hauptstadt Europas. Also warum nicht die letzten beiden Urlaubstage des Jahres dafür verwenden, um ein verlängertes Adventswochenende in Stockholm verbringen. Im Internet entdeckte ich ein supergünstiges Angebot. Flug mit SAS ab Düsseldorf, 3 Nächte mit Frühstück in einem Mittelklassehotel zentral in der Innenstadt. Da gab es nicht mehr viel zu überlegen.
1. Tag
Das
Boarding begann pünktlich. Nachdem alle Passagiere an Bord
waren, rollte die Maschine aber erst nach weiteren 40 Minuten
zur Startbahn. Der Winter behinderte auch den Flugverkehr.
Getränke und Essen gab es an Bord nur gegen zusätzliche
Bezahlung. Ab etwa Skr 20,-- kostete ein Getränk, Skr 50,-- ein
Sandwich plus Getränk.
Ein Stückchen weiter in der Hamngatan beeindruckte mich die weihnachtlich beleuchtete Fassade des Kaufhauses NK-Nordiska Kompaniet.
Im Kungsträggården war eine Eislaufbahn sehr beliebt. Der Kungsträggården ist eine ehemalige königliche Parkanlage. Im 19. Jahrhundert wurde er als trister Exerzierplatz genutzt. Heute ist er ein belebter und beliebter Treffpunkt mit zahlreichen Cafés.
Ich
ging weiter auf die Insel Riddarholmen, die Insel der Ritter.
Die Insel war fast menschenleer. Nur in einigen Büros brannte
Licht. Mein Lieblingsbiergarten an der Evert Taubes terrass lag
verlassen. Über den Wrangelska Backen lief ich zurück zum Birger
Jarls Torg. Die Riddarholmenkyrkan ist im Winter geschlossen.
Mir kam es vor, als wenn ganz Riddarholmen in einen Winterschlaf
lag.
2. Tag
Kungsträdgården gilt als schönste Station. Sie ähnelt einer Grotte mit zahlreichen Skulpturenfragmenten. In der Station Näckrosen zieren Seerosenblätter die Decken des Gewölbes. Die Wände in Solna Centrum werden mit einem 30 m langem Gemälde verziert. Ich fand auch die Mosaike in Västa Skogen schön.
Nach
gut 1 Stunde kam ich in Kunsträdgården direkt hinter der Oper
wieder an Tageslicht. Es hatte inzwischen aufgehört zu schneien
und die Sonne schien sogar. Nur der Wind war eisig.
Auf Skeppsholmen angekommen, fiel mir eine lange Menschenschlange auf. Sie alle standen an, um die chinesische Terrakottaarmee zu sehen. Auf dem Hügel gegenüber dem Eingang des Moderna Museet stehen Skulpturen u.a. von Nike de Saint Phalle. Sie hat auch die Grotte in den Herrenhäuser Gärten in Hannover gestaltet.
Skulpturen von Niki de Saint Phalle Auf dem Rückweg bog ich zum Nybroviken ab. So konnte ich zum ersten Mal die Goldverzierungen des Kungliga Dramatiska Teatern betrachten. Von hier fahren die alten Straßenbahnen nach Djurgården und zum Skansen-Museum ab. Der Strandvägen wurde eindrucksvoll von der Wintersonne beschienen.
In der Sibyllengatan 9 sollte sich ein Geschäft der Pukeberg Glasbläserei befinden. Ich fand allerdings einen noblen Herrenausstatter vor. An dem Östermalstorg befindet sich die Saluhallen. Die Markthalle ist für viele ein Stockholmhöhepunkt. Naja, Markthallen sind Geschmacksache und eher nichts für mich. Außerdem war es Samstag Nachmittag und sehr voll. Nach einer kurzen Runde verließ ich Saluhallen wieder.
Saluhallen Durch die Nybrogatan kam ich auf die Birger Jarl Gatan, die edelste Einkaufsstraße und mit Geschäften aller internationaler Namen. In dem Geschäft der Kosta Boda Glasbläserei wärmte ich mich auf und bewunderte wieder die Figuren der „Catwalk“-Serie. Sie waren für mich als Souvenir immer noch zu teuer. Wieder in Gamla Stan musste ich feststellen, dass der Swedenbookshop nur im Sommer Samstags geöffnet ist. So ging ich erst einmal zu dem „kleinen Jungen, der in den Mond schaut“, legte eine Münze nieder und wünschte mir, noch einmal nach Stockholm zurückzukommen. Das obligatorische Foto machte ich per Selbstauslöser. Es war dort menschenleer.
Mittlerweile hatte es zu dämmern angefangen. So ging ich hinüber nach Riddarholmen um Fotos zu machen. Das Licht war gut dazu. Auf dem Birger Jarls Torg blies der Wind so eisig, dass ich meine Finger vor Kälte kaum noch bewegen konnte.
Wieder
in Gamla Stan streifte ich auf der Suche nach einem Restaurant
durch die Gassen. Es war überall sehr voll. Die Schweden essen
früh zu Abend. Es war noch keine 16:00 Uhr. Schließlich landete
ich im Café Sten Sture unweit des Stortorget Richtung Storkyrkan.
In dem tiefen Kellergewölbe war es ebenfalls sehr voll und dazu
noch feucht. Meine Kamera und alles andere waren sofort
beschlagen. Das Essen war unter dem Durchschnitt. Ich kam mir
vor wie in einer Touristenfalle. Das Café ist nicht zu
empfehlen.
Es war inzwischen noch kälter geworden, -7°C. Deshalb fuhr ich ins Hotel zurück.
3. Tag
Im Ratssaal hält der Gemeinderat seine Sitzungen ab. Von 101 Ratsmitgliedern sind zurzeit 54 Frauen und 47 Männer.
Der goldene Saal trägt seinen Namen zu allen Ehren. Er ist mit 18,6 Millionen Mosaiksteinchen aus Glas und Gold verziert. Die „Mälarkönigin Stockholm“ wird hier als Herrscherin über Morgen- und Abendland sowie des Universums mit Mittsommersonne und Sternkreiszeichen dargestellt.
Ich war von dem Inneren des Stadthauses total fasziniert. Die Besichtigung war ihr Eintrittsgeld wert. Nach ein paar Fotos von der Außenterrasse lief ich noch einmal nach Gamla Stan. Hier gönnte ich mir eine Pause im Café der Stadtmission. Das liegt direkt am Stortorget. Dort war es wieder sehr sehr voll und ich fand nur mit Mühe und nach etwas Warten einen freien Platz. Die Pause bei einem Stück Kuchen und einem warmen Getränk tat gut. Am Schloss fand gerade die Wachablösung statt. Es hatten sich erstaunlich viele Menschen eingefunden.
Ich
kaufte mir für Skr 100,-- eine Eintrittskarte für die Royal
Appartments. Zuerst besichtigte ich die Bernadotte Apartments.
Einige Räume sind sehr schön gestaltet. Es waren aber viele
Menschen unterwegs, eine Gruppe Russen mit Führerin, Italiener
und Asiaten. Eine Etage höher befinden sich die Gästeapartments.
Die sollen noch heute bei Staatsbesuchen genutzt werden.
Gegenüber die State Apartments sind leider wegen offizieller
Anlässe bis zum 26. Dezember geschlossen. Im Parterre wurden die
Hochzeitsgeschenke des Kronenprinzenpaares ausgestellt. Ab dem
17. Jahrhundert war dies in Schweden gesetzlich vorgeschrieben.
Seit 1968 sind die Ausstellungen freiwillig an drei
aufeinanderfolgenden Sonntagen.
Durch
den bedeckten Himmel wurde es noch früher dunkel und ich müde.
Im Café Piccolino im Kunstgrädgården versuchte ich mich mit
einem Kaffee aufzumuntern.
4. Tag
In der Nähe des Hotels gab es Jensen’s Bøfhus. Ich aß dort noch einmal. Es gab eine spezielle Mittagskarte. Das Essen war lecker, preiswert und es ging schnell. Beim Arlanda Express checkte ich online ein. Das ging recht einfach. Der Automat sprach schließlich deutsch. Ausgedruckt wurden Bordkarte und der Gepäckanhänger. Warum hatte ich das nicht erkannt, als ich das erste Mal davor gestanden habe? Der nächste Zug stand bereits am Bahnsteig. So konnte ich gleich einsteigen. Am Flughafen hielt er in Arlanda Süd und Nord. Nord ist das internationale Terminal 5. Auch hier ist der Check-in nur an Automaten möglich. Direkt nach der Sicherheitskontrolle begann der Duty-free-Shop. Ich bummelte hindurch. Kurz vor Beginn des Boardings wurde das Gate geändert. Mit 20 Minuten Verspätung starteten wir nach Düsseldorf. Stockholm ist auch im Advent eine Reise wert. Die Aktivitäten müssen allerdings den eingeschränkten Winter-Öffnungszeiten angepasst werden. Schloss Drottningholm habe ich immer noch nicht gesehen. So muss ich noch einmal zurückkehren.
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