© Silke Wolff 2007-2017      Impressum/Disclaimer

Süd- und Mittelschweden

© Text und Photos: Silke Wolff Nach der wunderschönen Schwedenreise 2009 wollte ich unbedingt noch einmal dorthin. In einem Reisekatalog entdeckte ich eine interessante Reise mit für mich mit neuen Zielen. So überlegte ich nicht lange und buchte.

1. Tag:   Anreise Jönköping

Als Abflugflughafen stand mir bei der Buchung Berlin – Tegel oder Hamburg zur Auswahl. Aufgrund der günstigeren Flugzeiten entschied ich mich für Hamburg. Ein Rail & Fly-Ticket war in der Pauschalreise bereits eingeschlossen. Wegen der relativ langen Anreise begann der 10.07.2010 bereits früh um 5:00 Uhr. Von Bielefeld fuhr ich mit dem ICE über Hannover zum Hamburger Hauptbahnhof. Sowohl der Umsteigebahnhof in Hannover als auch der Hamburger Hauptbahnhof waren voller Menschen. In den beiden Bundesländern hatten schon die Sommerferien begonnen. Vom Hamburger Hauptbahn gibt es im 10-Minuten-Takt eine direkte S-Bahn-Verbindung zum Flughafen. Auf dem Bahnsteig erfuhr ich, dass ich unbedingt nur in die ersten drei Wagen der S-Bahn einsteigen durfte. Die Bahn wurde eine Station vor dem Flughafen geteilt. 90 Minuten vor der geplanten Abflugzeit begann der Check-in. Die Schlange vor dem Schalter war nicht lang. Da ich mich vorab informiert hatte, wusste ich, dass ich wieder mit einer kleinen Propellermaschine fliegen musste. Mir war schon vorher etwas flau im Magen. Am Gate unterhielten sich schon einige Passagiere über ihre Touren in Schweden. So lernte ich schon dort drei weitere Rundreiseteilnehmer kennen. Darunter auch Inge, eine ebenfalls allein reisende Dame. Uns schlossen sich noch Ilona und Jürgen sowie Brigitte an. Wir 5 sollten in den nächsten Tagen viel unternehmen und eine Menge Spaß haben. Um 13:15 Uhr startete die Fokker mit ca. 20 Passagieren an Bord in Richtung Jönköping. Die Sicht war durch Wolken eingeschränkt. Trotzdem hatte ich einen guten Blick auf die Öresund-Brücke. Das Wahrzeichen Malmös, der Turning Torso, war ebenfalls zu erkennen. Öresundbrücke Nach nur 1 ¼ Stunden landeten wir etwas unsanft. Dank guter Reisetabletten hatte mein Magen den Flug unbeschadet überstanden. An dem kleinen gemütlichen Flughafen von Jönköping ging wieder alles sehr schnell und unkompliziert. Am Ausgang wartete schon eine Reihe von Reiseleitern auf ihre Gäste. Auch meine Reiseleiterin vom letzten Jahr war darunter. Zu meiner ganz großen Überraschung erkannte sie mich sogar wieder und meinte: „Wiederkommen ist das größte Kompliment!“ Ich freute mich über die Überraschung und den herzlichen Empfang. Unser Reiseleiter wartete bereits mit Gästen, die früh morgens aus Berlin angereist waren. Er war mir nicht sympathisch. Der erste Eindruck sollte sich noch bestätigen. Vor dem Gebäude wartete wieder ein goldener SmålandsBussen auf uns. Damit sollten wir in der nächsten Woche ca. 2.050 km durch Schweden fahren. Nachdem die Koffer verladen waren, ging es sofort in Richtung Linköping. Nach knapp einer Stunde legten wir im Gasthaus Gyllene Uttern bei Gränna eine Kaffeepause ein. Bei Temperaturen von um die 35 °C tat ein kaltes Getränk gut. Von der Terrasse hatten wir einen schönen Blick auf den Vätternsee und auf die Insel Visingsö. Der Rökstenen, der Runenstein von Rök, ist der Bedeutendste der zahlreichen Steine in Schweden. Er stammt aus dem 9. Jahrhundert, ist 3 Meter hoch. Die über 750 Schriftzeichen geben den Wissenschaftlern immer noch Rätsel auf. Rökstenen Zeitig erreichten wir unser Hotel in Linköping. Nach dem gemeinsamen Abendessen endete der Tag früh.

2. Tag:   Stockholm - Schären

Bereits um 8:00 Uhr ging es weiter in Richtung Stockholm. Stockholm ist für mich die schönste Hauptstadt Europas. Seine einmalige Lage auf 14 Inseln hat einen besonderen Charme. Besonders bei schönem Sommerwetter verbreitet sich dort eine Atmosphäre wie in Südeuropa. Um 11:00 Uhr trafen wir unsere Stadtführerin am Stadshuset. Stadhuset Mit ihr machten wir eine dreistündige Stadtrundfahrt und einen kleinen Stadtrundgang in der Gamla Stan. Auf der Fahrt sahen wir: Norr Märlanstrand, Långholmen, den kath. Dom in Södermalm, die Schleusen zwischen Ostsee und Märlansee, die Oper, das Grand Hotel.  Über den Strandvägen ging es auf die Insel Djurgården mit seinen zahlreichen Museen. In Östermalm fuhren wir am TV-huset, diversen Bildungseinrichtungen und dem Olympiastadion vorbei nach Norrmalm. Über einer der Haupteinkaufsstraßen Sveavägen gelangten wir zurück in die Altstadt. Auf dem Slottsbacken stiegen wir aus und gingen an der 14 cm kleinen Skulptur „der Junge, der in den Mond schaut“ vorbei zum Stortorget mit dem Nobelmuseet. Zurück am Kungliga slott sahen wir noch etwas von der täglichen Wachablösung. In den Yttre Borggården, wo die eigentliche Zeremonie stattfand, kamen wir allerdings nicht. Der war viel zu voll. Wackablösung Tommy, unser Busfahrer, brachte uns vom Slottsbacken zum Anleger der Schärenboote vor dem Grand Hotel. Grand Hotel Zwischen Stockholm und der Ostsee liegt der Schärengarten mit ca. 24.000 Inseln. Eine Bootstour ist die beste Art einen Eindruck dieser einmaligen Inselwelt zu bekommen. Stockholmer Schärengarten Wir nahmen ein Linienschiff nach Vaxholmen. Bei der Schärenhauptstadt enden die sog. inneren Schären. Auf die bedeutsame strategische Lage macht ein Kastell aufmerksam. Vaxholm Kastell Bis zur Rückfahrt bummelten Inge und ich durch die Gassen mit den bunten Holzhäusern, kleinen Läden und Cafés. Es war Sonntag und deshalb waren auch viele Stockholmer unterwegs. Es herrschte entsprechende Betriebsamkeit. Vaxholm Am späten Nachmittag bezogen wir für zwei Nächte unser Hotel auf der Schäre Lidingö. Beim Abendessen hatten wir von der Terrasse einen herrlichen Blick.

3. Tag:   Mariefred – Stockholm

Einige Gäste wollten unbedingt das Vasa-Museet besuchen. Deshalb waren wir schon zur Öffnungszeit da. Da ich das Museum schon letztes Jahr besucht habe, ging ich nicht mit hinein. Mit Inge schlenderte ich Nordiska Museet und zum Biologiskamuseet und genoss die Ruhe am Junibacken mit Blick auf die Stadt. Stockholm Nach gut einer Stunde machten wir uns auf den Weg nach Mariefred. Der kleine Ort liegt 1 ¾ Stunden (ca. 70 km) südwestlich von Stockholm am Mälarsee. Hier steht auch Schloss Gripsholm, dass durch den gleichnamigen Roman von Kurt Tucholsky berühmt geworden. Der Schriftsteller liegt auf dem kleinen Friedhof am Ortsrand begraben. Ein Besuch an seinem Grab war natürlich Pflicht. Anschließend gingen wir durch die Gassen zum Schloss. Das rote Backsteinschloss liegt auf einer kleinen Insel im See. Gripsholm slott Der Name Gripsholm geht auf den Reichsrat Bo Jonsson Grip zurück, der hier schon 1380 eine Burg anlegen ließ. Auf eigene Faust besichtigten wir das Schloss. Besonders beeindruckt haben mich das Schlosstheater und auch einige Bilder der umfangreichen staatlichen Porträtsammlung, die das Schloss beherbergt. Neben Mitgliedern der königlichen Familien und Staatsmännern sind auch Porträts von Berühmtheiten der neueren Zeit zu bewundern. Dazu gehören zum Beispiel Benny Andersson von der Popgruppe Abba, Astrid Lindgren, Ingmar Bergmann und Greta Garbo. Für die Mittagspause hatte unser Tommy eine besondere Überraschung parat. Wir fuhren zum Schloss Taxinge. Dort warteten ein atemberaubendes Kuchenbuffet und ein schöner Garten auf uns. Taxinge slott Kuchenbuffett Der Besuch von Schloss Drottingholm war für mich ein Argument gewesen, diese Reise zu buchen. Obwohl es offiziell in unserem Programm stand, ließ unser Reiseleiter den Besuch ausfallen. Aus persönlichem Interesse wollte er lieber das Skansen Museum besuchen. Zurück in Stockholm stieg ich mit einigen anderen am Konserthuset aus. Der Rest der Gruppe fuhr weiter zum Skansenmuseum. Wir setzten uns zu fünft in Tunnel-bana und fuhren nach Gamla Stan. Tickets für die U-Bahn lösten wir im Presbyrån. Dort kostete das Einzelticket Skr 30,-- statt Skr 40,--. Wir schlängelten uns die schmalen lebendigen Gassen zum Järntorget. Unweit liegt die Mårten Trotziges Gränd, die schmalste Gasse mit einer Breite von nur 90 cm. Die Tyska kyrkan war eigentlich schon geschlossen. Die drei netten Deutschen schlossen aber extra für uns noch einmal auf, damit wir die Pracht innen bewundern konnten. Ich fand es sehr nett von ihnen. Tyska kyrkan    Tyska kyrkan Ich musste unbedingt noch einmal zu der kleinen Statue „der Junge, der in den Mond schaut“, ihr über den Kopf streicheln und eine Münze niederlegen. Man sagt, dann kommt man noch einmal zurück. Man mag daran glauben oder nicht. Bei mir hat es schon einmal funktioniert und möchte noch einmal nach Schweden und nach Stockholm zurück. „Junge, der in den Mond schaut“ Vor dem Schloss trennte ich mich von den anderen. Sie wollten zu unserem Treffpunkt am Konserthuset zurückgehen. Ich musste unbedingt nach Riddarholmen in meinem Lieblingsbiergarten. Also ging ich allein vom Schloss nach Riddarholmen, vorbei an der Riddarholmskyrkan und den Adelspalästen der Insel. Kungsliga slott Riddarholmenkyrkan Riddarholmen Mit der Tunnel-bana fuhr ich zurück. Während des Abendessens verabschiedete sich Stockholm mit einem wunderschönen roten Sonnenuntergang von uns. Sonnenuntergang in Stockholm

4. Tag:   Uppsala – Sundbonn – Falun

Von Stockholm dauerte es ca. 1 Stunde und 30 Minuten bis Uppsala. Die Universität wurde bereits 1477 gegründet und ist damit die älteste akademische Institution des Nordens. Hier haben viele berühmte Schweden studiert, darunter auch Carl von Linné. Heute ist sie eine Forschungsuniversität mit ca. 40.000 Studenten. Schon von Weitem sind die mächtigen Türme des Doms zu sehen. Das Uppsala Slott thront auf einem Hügel über der Stadt. Dort legten wir einen Stopp ein. Wegen des dichten Grüns war von der Stadt aber nicht viel zu sehen. Die Gruppe ging durch den botanischen Garten zum Dom. Ich trennte mich von Ihnen und ging direkt zum Dom. Auf dem Weg kam ich an der Universitätsbibliothek vorbei. Die Carolina Redivia Bibliothek bewahrt in 3.500 Regalmetern jedes in Schweden gedruckte Buch auf, ca. 5 Millionen Bände. Zu den wertvollsten Stücken zählen die Silberbibel aus dem 6. Jahrhundert, deren Lettern mit silberhaltiger Tinte geschrieben wurden und die Carta Marina, eine Weltkarte von Olaus Magnus aus dem Jahr 1539. Bibliothek Der Dom ist die größte Kathedrale des Nordens. Die 118,7 m hohen Doppeltürme dominieren das Stadtbild. In dem mächtigen Dom, der früher auch Krönungskirche war, sind Berühmtheiten der schwedischen Geschichte begraben, z.B. Gustav Vasa und zwei seiner Ehefrauen und der Botaniker Carl von Linné. Dom Direkt gegenüber dem Dom liegt das Gustavianum, Uppsalas ältestes Universitätsgebäude. Das Gebäude war, bis es in den Besitz der Universität überging, Sitz des Erzbischofs. In der Kuppel befindet sich das Anatomische Theater. Von den steil ansteigenden Sitzreihen konnten die Studenten während der Medizinvorlesungen den Seziertisch betrachten. Ein weiterer Höhepunkt ist auch der Augsburger Kunstschrank. Er enthält zahlreiche interessante Naturalien und Raritäten. Ich nahm mir die Zeit, beides zu besichtigen. Gustavianum Auf dem Domplatz traf ich wieder auf die Gruppe. Für weitere Besichtigungen in Uppsala, z.B. den Linnéträdgården blieb leider keine Zeit mehr. Nach Meinung unseres „charmanten“ Reiseleiters reichten unsere botanischen Vorkenntnisse sowieso nicht aus, um den Linnéträdgården zu besuchen. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter nach Gamla Uppsala. Gamla Uppsala mit seinen drei Königshügeln ist einer der bedeutendsten frühgeschichtlichen Stätten Schwedens. Die kleine Kirche war einst Erzbischofssitz. Nach einer 3-stündigen Fahrt erreichten wir am Nachmittag Sundborn, ca. 15 km nordöstlich von Falun. In diesem idyllischen Örtchen wirkte der wohl bekannteste schwedische Maler Carl Larsson. Die meisten unsere Reisegruppe entschieden sich für eine Führung im Larssongården, dem ehemaligen Wohnhaus. Ich entschied mich für die Porträtsammlung, die Larsson von den Sundbornern Nachbarn anfertigte. Die Sammlung wird im Gemeindehaus direkt neben der Kirche ausgestellt. Bis zur Weiterfahrt hatten wir so noch reichlich Zeit die Sonne und Idylle am Sundbornfluss zu genießen. Sundborn Dank unseres Busfahrers hielten wir auf dem Weg zum Hotel noch an der berühmten Kupfergrube in Falun. In dem Krater „Stora Stöten“ wurde bereits im Mittelalter Kupfer, Blei und Zink abgebaut. Die Grube lieferte als Nebenprodukt auch die falu rödfärg, die rostbraune Eisenfarbe, die die Holzhäuser so typisch schwedisch rot machen. Kupfergrube Falun Wenig später bezogen wir unsere Zimmer im Hotel direkt neben dem Falu Lugnets Sportzentrum mit Blick auf die Sprungschanzen. Nach dem Abendessen erfuhren wir von unserem Tommy sehr viel Insiderwissen über das tägliche Leben in Schweden. Unser Reiseleiter hatte leider sehr wenige Kenntnisse darüber. Seine Interessen beschränkten sich ausschließlich auf Museen und Kirchen. 

5. Tag:   Siljansee – Mårbacka - Karlstad

An diesem etwas trüben Morgen fahren wir an der Ostseite des Siljansees entlang. Unser erster Halt führte uns nach Rättvik mit seiner 628 langen Långbrygga an der seit über 100 Jahren die Schiffe anlegen. Um näher an das Ufer zu fahren, ist der See zu flach. Sehenswert ist auch die Kirche. Sie ist umgeben von zahlreichen, zum Teil aus dem 16. Jahrhundert stammenden Bootshäusern. Zum sonntäglichen Gottesdienst mussten die Bewohner der Gegend den langen Weg über den See nehmen. Ihnen dienten diese Hütten als Unterkunft. Rättvik: Kirche mit Bootshäusern Nusnäs ist die Heimat der berühmten Dalapferdchen. Dieses traditionelle Handwerk hatte seinen Ursprung bereits Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Männer entspannten sich von der harten Arbeit des Tages, indem sie abends am Kamin die Holzpferdchen schnitzten. Die Kinder freuten sich über das Spielzeug. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in Mode, die Pferdchen mit der für Dalarna typischen Kurbitsmalerei zu verzieren. Wanderarbeiter verkauften sie erfolgreich in den Städten. Der große Durchbruch kam 1939 auf der Weltausstellung in New York. Das rote Dalapferd wurde in der ganzen Welt bekannt und Symbol für ganz Schweden. Wir besuchten natürlich auch eine Schnitzerei, die von Nils Olsson Hemslöjd. Nachdem wir durch die verschiedenen Produktionsstationen, von Aussägen der Rohlinge bis zur Handverzierung der Pferdchen, geleitet wurden, endete die Tour im Shop. Dort gab es die dalahästar in allen Größen und traditionellen Farben. Auch ich musste mir ein typisches Souvenir kaufen. Dalapferdchen Mora ist einmal bekannt für den Vasaloppet und für Anders Zorn, der hier lebte und arbeitete. Der Vasaloppet, ein Volkslauf auf Skiern findet alljährlich im März statt und ist ein nationales Ereignis. Zentral liegt der Zorngården, der Wohnsitz des international bekannten schwedischen Künstlers. Gegenüber im Zornmuseum sind Werke des Malers, Bildhauers und Grafikers ausgestellt. Wir 5 beschränkten uns auf einen Besuch im Museum. Der war allerdings absolut lohnenswert. Es gibt dort Bilder zu sehen, auf denen Wasser so naturgetreu gemalt ist, als wenn es sich um Fotografien handeln würde. Zorngarten Uns blieb anschließend noch Zeit durch die kleine Fußgängerzone zu bummeln, in ein paar Geschäfte zu gehen und eine Mittagspause einzulegen. Es lag im Anschluss eine etwas lange Strecke vor uns. Nach 2 ½ Stunden Fahrt erreichten wir das Gut Mårbacka. Die berühmte Schriftstellerin Selma Lägerlöf wurde auf diesem Gut geboren. Allerdings musste die Familie das Anwesen nach dem Tod ihres Vaters verkaufen. Mit den Erlösen ihrer Bücher, wie zum Beispiel „Nils Holgersson schönste Abenteuer mit den Wildgänsen“ oder „Gösta Börling“ konnte sie das Gut zurückkaufen. In den 1920er Jahren ließ sie einen Neubau errichten und lebte dort bis zu Ihrem Tod 1940. Ihre literarischen Erfolge brachten ihr internationalen Ruhm ein. 1909 erhielt sie als erste Schriftstellerin den Nobelpreis für Literatur und wurde 1914 als erste Frau Mitglied der Schwedischen Akademie. Selma Lagerlöf verfügte, dass Mårbacka als Gedenkstätte erhalten bleiben sollte und Besuchern zugänglich sein sollte. Während einer einstündigen Führung durch das Anwesen erfuhren wir viel über die Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin. Ja, wir spürten die einmalige Atmosphäre dieser starken Persönlichkeit ihrer Zeit. Gut Mårbacka Nach dem Abendessen in unserem Hotel in Karlstad gab es auf unser verspätetes Bergfest noch einen Drink unweit der Östra Bron, mit zwölf Bogen Schwedens längste Steinbrücke. Der Tag endete allerdings auch mit einer unschönen Überraschung. Ich wollte es mir gerade auf dem Bett bequem machen, Reiseführer lesen und eine paar Notizen vom Tag machen, da schrillte im Zimmer der Feueralarm los. Schnell zog ich mich an und verließ das Zimmer. Auf dem Gang traf ich Ilona und Jürgen und merkte, dass ich meine Handtasche vergessen hatte. Also noch einmal zurück. In der Halle war deutlich Rauch zu riechen. Ein Feuerwehrzug stand bereits vor dem Hotel. Alle Gäste hatten sich auf dem gegenüberliegenden Parkplatz zu versammeln. Unsere Gruppe war fast vollständig versammelt. Nur unsere Omi fehlte. Ihre Enkelin war in echter Sorge, aber sie war nirgends zu finden. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass Omi nicht an der Übung teilnehmen wollte, sich Ohropax in die Ohren gesteckt hatte und sich wieder ins Bett gelegt hatte. Nach einer guten halben Stunde war der Spuk vorbei und alle konnten wieder in ihre Zimmer. Allerdings war es keine Übung. Es sprach sich herum, dass ein japanischer Gast versucht hatte, in einem Wasserkocher Reis zu kochen und dadurch den Alarm ausgelöst hatte.

6. Tag:   Kristinenhamn - Göteborg

Auf unserem Weg nach Göteborg stoppten wir schon bald nach der Abfahrt in Kristinenhamn. Etwa 2 km außerhalb der Stadt steht am Ufer des Vänernsees eine 15 m hohe Picasso-Skulptur. Sie ähnelt einem Totempfahl. Mich beeindruckte auch beim zweiten Besuch mehr die Sommerhausidylle. Picasso-Skulptur Sommeridyll am Vännernsee Nach nur 10 Minuten drängte unser Reiseleiter bereits zur Weiterfahrt. Nach einer weiteren Stunde Fahrt hatten wir Sjötrop erreicht. Hier mündet der Göta-Kanal in den Vänern-See. In den zwei Stufen der Schleusen werden Segelboote in aller Ruhe abgefertigt. Die Idylle und die Ruhe tun so richtig  gut. Am Göta Kanal kann man wirklich die Langsamkeit entdecken. Göta Kanal Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir Läckö slott. Das sagenumwobene de-la-Gardie-Schloss liegt auf der Halbinsel Kållandso im Vänern-See. Sein Ursprung geht bis in Jahr 1298 zurück, als der Bischof von Skara hier den Grundstein für eine Burg legte. Läckö slott Da wir bis zur Führung noch 1 ½ Stunden Zeit hatten und es angefangen hatte zu regnen, gab es erst einmal im ehemaligen Stall, der jetzt Café und Restaurant ist, etwas zu essen. Anschließend umrundeten wir im leichten Regen einmal das Barockschloss. Während der Führung sahen wir die Pracht im Innern, den Kronsaal, den österreichischen Saal, der dem Ende des 30-jährigen Krieges gewidmet ist, sowie die Wohnräume. Leider war im Anschluss keine Zeit mehr um die Sommerausstellung der Glashütte Kosta Boda anzusehen. Zeitig erreichten wir heute unser Hotel in Göteborg. Es lag direkt gegenüber dem Scandinavium (Stadion) in zentraler Lage. Ich sprang schnell unter die Dusche. Vor dem Abendessen wollten wir die Gelegenheit für einen Stadtbummel nutzen. Unsere Zeit reichte dann doch nicht, um bis  Haga oder Lilla Bommens Hamn zu laufen. So entschlossen wir uns für einen Spaziergang ohne festes Ziel. Durch einen Zufall landeten wir auf der Kungsportsavenyn. Bis zum Göta Platsen mit dem Konstmuseet, dem Stadttheater, der Konzerthalle und dem imposanten Poseidonbrunnen waren es nur noch ein paar Schritte. Die Avenyn ist die Flanier- und Einkaufsmeile der Stadt. Auch wir gingen sie ein Stück hinunter. Göta platsen Nach dem Abendessen gab es Diskussionen um die Gestaltung des nächsten Tages. Schließlich konnten wir unseren Reiseleiter doch überzeugen, dass es eine Möglichkeit gab, allen Interessen gerecht zur werden, Museum, Shoppen, Stadtbummel.

7. Tag:   Göteborg – Kosta Boda – Vaxjö

Früh um 8:00 Uhr starteten wir zu einer 1-stündigen Stadtrundfahrt. Einen Stadtführer hatten wir nicht. Das übernahm Tommy, unser Busfahrer. Er machte das sehr gut und zeigte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Einen großen Teil sollten wir später noch zu Fuß sehen. Die Rundfahrt führte uns auch in die Altstadt auf den Masthugget mit der gleichnamigen Kirche. Von dort oben hatten wir einen schönen Blick auf Göteborg. Masthuggetkyrkan Nach der Rundfahrt setzte er uns zentral am dem Gustaf-Adolfs-Torg ab. Eine Statue des Stadtgründers steht auf dem ehemaligen Marktplatz. Direkt an diesem Platz liegen auch das Rådhus und die Börse. Gustav Adolf Torg Wir hatten nun 3 Stunden Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Durch die Gassen gingen wir zum Kronhuset. Das älteste Gebäude der Stadt diente unterschiedlichen Zwecken, vom Lager bis zum Reichstagssaal. Kronhuset Weiter ging es zum Packhuskajen. Dort liegt die Barken Viking vor Anker. Der alte Ostindienfahrer liegt seit Jahrzenten im Hafen. Ost-Indien-Fahrer Im Opernhaus vorbei erreichten wir den Lilla Brommen Hamn. Die Atmosphäre mit den zahlreichen Segelbooten, der Oper und den Utkiken war einmalig. Lilla Brommen Hamn Am Kanaltorget, zwischen Hafen und Nordstan-Shopping-Center gibt es eine neue Attraktion, ein 60 m hohes Riesenrad mit 42 Glasgondeln. Ich wollte gern eine Runde mitfahren. Leider öffnete es erst um 11:00 Uhr und dadurch war die Zeit zu knapp. Wir entschlossen uns auf die Aussichtsetage des Utkiken zu fahren. Auch hier wurde erst um 11:00 Uhr geöffnet. So überbrückten wir die halbe Stunde Wartezeit in Nordstan. Aus 86 m Höhe hatten wir einen fantastischen Blick über die Stadt. Göteborg von oben Zur vereinbarten Zeit um 12:00 Uhr waren wir zurück am Gustav Adolfs Torg. Der war inzwischen voll von Reisebussen und Menschen. Ein großes Kreuzfahrtschiff lag im Hafen. Wir machten uns auf ins Glasriket. Insgesamt 13 Glashütten bilden das Glasreich. Seit 1742 wird im Glasreich mundgeblasenes Glas hergestellt. Glasbläser und Designer suchen ständig nach neuen Techniken, Formen und Farben. Als wir am späten Nachmittag die Glashütte Kosta Boda erreichten, hatten die Glasbläser bereits Feierabend. So sahen wir leider keine Vorführung mehr. Aber der Gang durch das Museum lohnte sich. Es gab dort zahlreiche schöne Kunstwerke und Gebrauchsglas aus der 250-jährigen Geschichte zu sehen. Natürlich gingen wir auch in den Glas-Shop. Besonders gut gefiel mir eine Figur mit dem Namen „Catwalk Pretty Woman“. Ich hatte allerdings bedenken, dass ich sie nicht heile transportieren konnte. So blieb sie im Shop. Nach diesem „kulturellen Ausrutscher“ im Glas-Shop mussten wir „zur Strafe“ den Dom von Vaxjö besichtigen. Ich muss aber zugeben, dass ich den Glasaltar sehr schön fand. Dom Vaxjö Den letzten Abend verbrachten wir gemeinsam im Garten unseres Hotels bei einem Glas Bier. Ilona und Jürgen mussten sehr früh aufbrechen, um ihren Rückflug nach Berlin zu erreichen. So mussten wir uns leider schon von ihnen verabschieden.

8. Tag:   Jönköping – Abreise

Von Vaxjö nach Jönköping zum Flughafen waren es ca. 130 km. So mussten wir uns nach dem Frühstück direkt auf den Weg machen. Auf der Fahrt verabschiedete sich Schweden mit einem heftigen Gewitterschauer von uns. Schnell luden wir die Koffer aus und drückten unseren Tommy zum Abschied kräftig. Er hatte uns schließlich den Urlaub gerettet. Unser Abflug nach Hamburg verspätete sich um 45 Minuten. Trotzdem hätten wir mit einem anderen Reisenden beinahe die Zeit verplaudert. Schnell passierten wir die Sicherheitskontrolle und gingen in die Maschine. Punkt 12:00 Uhr startete die Maschine in den verhangenen Himmel. Erstaunlicherweise wackelte es gar nicht so. Nach der Landung in Hamburg fuhren Inge und ich noch gemeinsam zum Hauptbahnhof. Dort mussten auch wir uns verabschieden. Mit dem ICE fuhr ich zurück nach Hause. Auch dieses Mal war Schweden auf jeden Fall wieder eine Reise wert. Das lag besonders an unserer tollen Truppe, die sich durch nichts die Laune verderben ließ. Unser absolut ungeeigneter Reiseleiter hat es, trotz aller Mühe, nicht geschafft mir den Urlaub oder Schweden zu vermiesen. Ich werde noch einmal nach Schweden reisen. Stockholm, gern auch im Winter oder Nordschweden, die Höga Kusten würden mir gefallen. Naja, mal sehen, was als Nächstes kommt. zur Süd- u. Mittelschweden-Foto-Galerie:
Reisen, Urlaub, Ferien Bewertung wird geladen...
www.bergeundmeer.de

Foto-CD: Süd- u. Mittelschweden

Meine schönsten Fotos sind für € 6,99    inkl. Porto und Verpackung auf einer Foto-CD erhältlich. Ist Ihr Interesse geweckt, dann klicken Sie für die Bestellung einfach hier.
Reiseberichte und -fotografie
Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis! (Oskar Wilde)
Silke Wolff
Deutschland Skandinavien Europa Nordamerika Südamerika Afrika Asien Ozeanien Fotogalerie über mich