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© Text und Photos: Silke Wolff
1. Tage: Anreise - Jönköping Nachdem ich das Zimmer bezogen hatte, machte ich mich sofort auf eine Erkundungstour durch die Stadt. Jönköping liegt am Südende des Vätternsees in Nordostsmåland. Hier wurden die Streichhölzer erfunden. Mehr über die Geschichte der Zündhölzer erzählt das einzige Tändsticksmuseet (Streichholzmuseum) der Welt.
Nach dem gemeinsamen Abendessen gab es noch kurz Informationen von unserer Reiseleiterin. Bevor der Tag endete, beobachte ich den Sonnenuntergang am See.
2. Tag: Jönköping - Kalmar
Nach unserem Stadtrundgang fuhren wir weiter zum Astrid Lindgrens Näs in Vimmerby. Auf diesem Hof wurde die berühmte Schriftstellerin geboren und ist dort aufgewachsen. Außer ihrem Elternhaus kann die Pippi-Ausstellung im ehemaligen Pfarrhaus, in dem ein Bildungszentrum eingerichtet wurde und der Schuppen besichtigt werden. Auf dem Gelände steht auch der bekannte Limonadenbaum. Im Astrid-Lindgren-Museum gibt es ausführliche Informationen über ihr Leben und ihre Kinderbücher.
Zwischen Orrefors und Kosta liegt Grönåsens Älgpark. Hier konnten wir auf einem ca. 1,3 langen Rundweg die Elche beobachten.
Im Glasreich angekommen, schauten wir bei Nybro in der Glasbläserei Pukeberg einem Glasbläsermeister zu, wie er innerhalb von ein paar Minuten aus einem Klumpen geschmolzen Glas in einen Elefanten formte. Im Shop hatte ich dann auch schnell das obligatorische Souvenir, das von keiner Reise fehlen darf, gefunden.
Pukeberg ist eine der ältesten Glasbläsereien Schwedens. Seit
130 werden dort kleine und große Kunstwerke hergestellt. Heute
ist auch ein Designcenter mit Hochschule angeschlossen.
Vor dem Abendessen erwarteten uns noch die Sehenswürdigkeiten
von Kalmar. Das Renaissance-Wasserschloss stammt aus dem 12.
Jahrhundert und liegt auf einer eigenen kleinen Insel. In ihm
wurde 1397 die Kalmarer Union unterschrieben, die Schweden,
Dänemark und Norwegen gegen die übermächtige Hanse vereinen
sollte. Schweden löste sich jedoch 50 Jahre später wieder aus
dem Bund.
Unser abendlicher Ausflug führte über die 6.007 Meter lange
Brücke auf die Insel Öland. Die Insel ist u.a. bekannt für die
alten Bockwindmühlen. Etwa 400 von den einst 1.000 stehen noch.
Für unsere Fotostopps hielten wir zuerst an ein paar alten
Mühlen um uns anschließend die imposante Ruine des Borgholmer
Schlosses anzusehen. Die Burg stammt ursprünglich aus dem 12.
Jahrhundert. Nach einem Brand 1806 blieben nur die hohen Mauern
stehen. Im Sommer wird die Ruine für Konzerte und andere
Veranstaltungen genutzt.
3. Tag: Kalmar - Malmö
In Mörrum besichtigten wir die Lachsfischerei. Der Mörrumsån ist heute den Sportanglern vorbehalten. Es wird dort kein kommerzieller Lachsfang mehr betrieben. Die alten Fangplätze und Anlagen sowie das Laxens Hus können besucht werden. Am Schloss Trolle-Ljungby legten wir einen ausführlichen Fotostopp ein. So hatte ich ausreichend Zeit das schöne Renaissanceschloss und die dazugehörige Kirche zu betrachten. Bekannt wurde das Schloss durch eine alte Sage. Angeblich entwendete der Schlossherr feiernden Trollen ein kostbares Horn und eine Pfeife. Seitdem soll es Unglück bringen, das Horn und die Pfeife aus dem Schloss zu entfernen. An bestimmten Tagen werden sie in einem Fenster zum Hof ausgestellt.
Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir in Kivik an. Bei einem Rundgang durch die kleinen Gassen entdeckte ich viele idyllische Fotomotive.
Das kleine Örtchen ist eigentlich das Zentrum des Apfelanbaus und der Cidre-Herstellung. Alljährlich findet dort der große Apfelmarkt statt. Etwas außerhalb befindet sich der alte Kungagaven, ein etwa 3.000 Jahre alter Grabhügel. Krimifans ist Stadt Ystad aus den Büchern von Henning Mankell bekannt. Die Geschichten von Kommissar Kurt Wallander spielen in der Stadt. Neben den Schauplätzen aus den Krimis gibt es aber noch andere Sehenswürdigkeit. Wir besuchten das Gråbbrödraklostret, das von den Franziskanern 1267 gegründet wurde, mit dem Rosengarten und bummelten an den vielen Fachwerkhäusern vorbei über den Stortorget.
Malmö, die lebendige Großstadt an der Südküste ist die
drittgrößte Stadt. Während der Hansezeit war sie eine
Handelsstadt mit internationaler Bedeutung. Die zahlreichen
Kaufmannshäuser aus der Zeit prägen immer noch das Stadtbild.
Als schönster Platz der Stadt gilt der Lilla Torg. Es befinden
sich dort zahlreiche Restaurants und Cafés. Bei
hochsommerlichen Temperaturen waren an diesem Montagabend fast
alle Plätze besetzt. Auch wir genossen den lauen Abend in einem
Biergarten.
4. Tag: Malmö - Göteborg
In Helsingborg angekommen, besichtigte ich zuerst die St. Maria kyrka. Die kleine gotische Backsteinkirche entstand im 15. Jahrhundert. Sehenswert im Innern sind die sechs großen Glasmalereien und der Flügelaltar. Vor der Kirche am Haupteingang steht „Die Quelle des Lebens“.
Vom 34 m hohen Turm Kärnan hatte ich bei Bilderbuchwetter einen tollen Blick über den Öresund bis nach Dänemark. Schließlich liegt Helsingborg an der schmalsten Stelle (4,5 km) des Öresunds. Der quadratische Turm ist das Überbleibsel einer mittelalterlichen Burg. In der ältesten Fußgängerzone Schwedens, Kullagatan, bestaunte ich die Auslagen in den Modehäusern und Geschäften. Zum Abschluss unseres Aufenthaltes bummelte ich vom Stortorget, am Rathaus vorbei Richtung Hafen.
Göteborg ist Schwedens Tor zur Welt. Sie ist wichtigste Industrie- und Handelsstadt Schwedens. Im 18. Jahrhundert war Göteborg ein bedeutendes Handelszentrum und erlebte damals einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die Ostindienfahrer wurde sie größter Handelshafen Nordeuropas. Die Stadtgeschichte geht allerdings bis ins Mittelalter zurück. Pünktlich um 15:30 Uhr trafen wir die Führerin für unsere Stadtrundfahrt. Von der Masthuggskyrkan hatten wir einen schönen Blick über die Stadt und den Hafen. Die Feskekorka hielt im Innern eine Überraschung breit.
Vor dem Kunstmuseum steht eine imposante Poseidonfigur. Von dort eröffnet sich auch einen Blick bis in den Hafen.
Nach der Stadtrundfahrt hatte ich noch 1 ½ Stunden Zeit um die Innenstadt von Göteborg auf eigene Faust zu erkunden. So machte ich mich vom Gustav Adolf Torg, ein Platz, der von dem Stadthaus, der Börse und dem Gericht gesäumt wird, auf zum Hafen. Von dort hatte ich einen guten Blick auf das Utkiken-Gebäude und auf die Viermastbark „Viking“. Das Utkiken gilt mit einer Höhe von 86 m schon als Wolkenkratzer. Von oben soll man einen guten Ausblick über die Stadt und den Hafen haben. Direkt am Jachthafen steht auch Göteborgs modernes Opernhaus.
Da die Temperatur inzwischen wieder um die 30 °C erreicht hatte, entschied ich mich, ein Stück durch das klimatisierte Nordstan-Shopping-Center zu gehen. Von dort machte ich noch einen Abstecher zum Kronhuset. Das ehemalige Waffenarsenal aus dem 17. Jahrhundert ist weitgehend noch im ursprünglichen Zustand. Es lohnt sich auch ein Besuch in den umliegenden Kunstwerkstätten.
Pünktlich war ich zurück am Gustav Adolf Torg.
5. Tag: Göteborg - Örebro
Von weitem wurden wir von der dominanten Festung Carlsten begrüßt. Sie galt zeitweise als eine der mächtigsten Seefestungen Europas. Marstrand entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Urlaubsort. Der historische Ort wird durch seine bunten Holzhäuser geprägt. Die Insel ist heute auch für das Volvo Ocean Race und seine Segelwettbewerbe bekannt.
Leider musste ich die „Ferien auf Saltkrokan“ schnell wieder beenden. Unsere Fahrt ging weiter nach Skara. Zur Mittagszeit sollten wir die Gelegenheit haben, den Dom und die Stadt zu erkunden. Die Stadterkundung und somit auch unser Mittagsessen fielen im wahrsten Sinne des Wortes in Wasser. Kurz bevor wir Skara erreichten, fing es leicht an zu regnen. Das erste Mal auf der Reise. Spontan entschloss ich mich, wie die Meisten aus der Gruppe, zuerst den Dom zu besichtigen und dort den Regen abzuwarten. Was wir alle nicht ahnten, das Gewitter mit sehr heftigen Regen zog erst auf. So saßen wir eine Stunde im Dom fest, bis unser Busfahrer uns erlöste und uns direkt vor der Tür abholte. Von der Stadt haben wir nichts gesehen. Nach zwei Stunden war aber auch vom Regen nichts mehr zu merken. Die Sonne schien wieder und die Temperatur war von 18 °C wieder auf 30 °C gestiegen. Am späten Nachmittag stoppten wir zum ersten Mal am Göta Kanal bei Sjötrop. Zusammen mit dem Trollhätte kanal ermöglicht der Göta-Kanal eine durchgehende 190 km lange Schiffsreise von Göteborg nach Stockholm. Er wurde als Wirtschaftstraße 1892 eingeweiht. Als 30 Jahre später die Eisenbahn verkehrte, lohnte sich der Transport zu Wasser nicht mehr. Heute ist der Kanal ein Stück nostalgischer Vergangenheit und kann eine Entdeckung der Langsamkeit sein.
Etwa 2 km südlich von Kristinehamn steht direkt am Ufer des Värnersees eine echte Picassoskulptur. Die 15 m hohe Skulptur wurde 1965 von Picasso persönlich verschenkt. Für mich waren mehr die wunderschöne Schärenlandschaft und die typischen Sommerhäuser sehenswert. Allein dafür lohnte sich der Abstecher.
6. Tag: Örebro - Stockholm
Im Anschluss machten wir einen Rundgang durch die verwinkelten kleinen Gassen des Freilichtmuseums Wadköping. Dort befindet sich eine Anzahl der typischen bunten Holzhäuser. Durch Kurt Tucholskys Roman „Schloss Gripsholm“ ist die Kleinstadt Mariefred am Mälarsee berühmt geworden. Kurt Tucholsky ist auf dem kleinen Friedhof unter einer Eiche begraben. Seit 1822 beherbergt Schloss Gripsholm die staatliche schwedische Porträtsammlung. Das Sehenswerteste im Inneren ist aber das in einem der Türme eingebaute Schlosstheater.
Nah des Schlosses liegt das Gripsholms Värdshus. Die ehemalige Strumpffabrik ist das älteste Gasthaus und Hotel des Landes. Ich habe beim Mittagessen auf der Terrasse mit seiner Wohlfühl-Atmosphäre den Ausblick auf das Schloss genossen. Nach dieser Idylle wartet die Hauptstadt Stockholm auf uns. Auf einer „holme“ wurde vor über 800 Jahren der Handelsplatz Stockholm gegründet. Auf Holzpfählen „stock“ lagen die Fundamente. Die Stadtteile Gamla Stan und Riddarholmen bilden Nordeuropas größten und besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkern. Das alte Stockholm wurde lange Zeit von Handelsherren der Hanse und deutschen Pastoren geprägt. Am späten Nachmittag starteten wir zu einer Stadtrundfahrt. Vom der Katarinavägen hatten wir einen schönen Panoramablick über dies gesamte Stadt. Das Stadthaus ist ein Wahrzeichen der Stadt. Hier findet auch das Nobelbankett statt. Nach einem kurzen Stopp dort fuhren wir weiter vorbei am Sergels Torg und Kungssträdgården über die Museumsinsel Steppsholmen und Kastelholmen auf die Insel Djurgården. Gut 2 ½ Stunden später erreichten wir unser Hotel.
Um unsere kurze Zeit in Stockholm optimal zu nutzen, brachten unser Fahrer und unsere Reiseleiterin uns nach dem Abendessen noch einmal in die Innenstadt. So bummelten wir vom Schloss durch die Gamla Stan auf die kleine Insel Riddarholmen. In der Nähe der Evert Taubes terrass liegt ein schöner Biergarten mit Blick auf dem Mälernsee und das Stadshuset. Diesen Ausblick genossen wir bei einem Glas Bier.
7. Tag: Stockholm – Linköping
Der Marktplatz ist für seine in warmen Ocker-, Gelb- und Rottönen gestrichenen Häuser bekannt. Dort befindet sich auch das Nobel-Museum.
Die Storkyrkan ist Stockholms Dom und Krönungskirche und ist das älteste Gotteshaus der Stadt und war Ausgangspunkt der Reformation. Prunkstück im Innern ist die Skulptur des heiligen Georg mit dem Drachen. Sie wurde in Erinnerung an den Sieg der Schweden über die Dänen geschaffen.
Die kleine Insel Helgeandsholmen wird fast komplett vom Riksdagshuset eingenommen. Der Reichstag ist Sitz des schwedischen Parlaments.
Es hatte heftig angefangen zu regnen. Deshalb suchte ich zuerst an der Oper Unterschlupf. Nach einer Weile beschloss ich die Zeit zu nutzen und mir die berühmte Untergrund-Kunst in den U-Bahn-Stationen anzuschauen. Jede Station der blauen Linie soll individuell gestaltet sein. Ich ging zur U-Bahn-Station Kungssträdgården. Leider war die Station wegen Umbauarbeiten bis zum Herbst geschlossen. Also setzte ich mich vor dem legendären Grand Hotel, indem im Dezember die Nobelpreisträger logieren, in ein Taxi und ließ mich zum Vasa-Museum fahren. 1628 sank das Regalschiff „Vasa“ auf seiner Jungfernfahrt im Stockholmer Hafen. 1961, 333 Jahre später wurde es geborgen. Nach 35 Jahren Restaurierung wurde 1990 das Museum fast genau an der Stelle eröffnet, an der das Schiff gesunken war.
Als ich meinen ausführlichen Museumsrundgang beendet hatte, schien auch die Sonne wieder. Ein Taxi brachte mich zurück in die Innenstadt. Dort kam ich pünktlich zur Wachablösung am königlichen Schloss Tre Kronor an. Als offizielle Residenz ist es heute Arbeitssitz des Königs. Bewohnt wird es nicht mehr. Trotzdem sammeln sich die Touristen zur Mittagszeit auf dem Slottsbacken. Die Militärkapelle spielt nicht nur Marschmusik sondern auch Songs von Abba.
Zum Abschluss meines Aufenthaltes schlenderte ich noch einmal durch die Altstadt zum Biergarten auf der Insel Riddarholmen. Dort gab es einen Mittagssnack bevor unsere Tour weiter ging. Auf unserem Weg nach Linköping stoppten wir noch einmal am Göta-Kanal. An der berühmten Schleusentreppe vom Roxen bei Berg beachten wir zahlreiche Boote, wie sie Schleuse für Schleuse einen Höhenunterschied von 18,8 m mit insgesamt 7 Stufen überwunden haben.
8. Tag: Linköping –
Abreise
Leider war dies der letzte Programmpunkt bevor es zurück zum Flughafen nach Jönköping ging.
Schweden ist ein entspanntes einfaches Reiseland. Die
Verständigung ist unproblematisch. Fast jeder spricht Englisch,
wenn nicht sogar etwas Deutsch. Die Atmosphäre ist immer
entspannt. Die Leute sind nie in Eile. Bei bilderbuchhaften
Sommerwetter zeigte sich das Land von seiner besten Seite. Südschweden
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