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Toskana

© Text und Photos: Silke Wolff Nicht zu weit entfernt, frühlingshafte Temperaturen und viele Sehenswürdigkeiten waren die Wünsche für mein Reiseziel. Die Entscheidung war schnell getroffen. Nach Italien, in die Toskana sollte es gehen. So flog ich am 11.04.2007 von Hannover nach Pisa. Der Flug war nicht ausgebucht. Ich hatte eine Dreier-Sitzreihe für mich allein. Die Sonne über den Wolken und der Ausblick auf die schneebedeckten Schweizer Alpen waren wunderschön. Nach nur 90 Minuten landete ich in Pisa. Es herrschte strahlender Sonnenschein und 27 ° C. Dieses herrliche Wetter sollte für die Dauer meines gesamten Aufenthaltes anhalten. Nachdem ich mein Gepäck aufgenommen hatte, musste ich im Ankunftsbereich des Flughafens die Reiseleiterin ausfindig machen. Dies war nicht einfach, da die Dame etwas versteckt stand. Ihr Schild mit dem Logo des Reiseveranstalters war auch nicht deutlich sichtbar. Der erste Eindruck bestätigte sich in den nächsten Tagen. Die Dame war nicht sehr auskunftsfreudig, uninformiert (sie kannte nicht einmal die Abfahrtzeiten für die Tagesausflüge) und desinteressiert. Leider konnte die gesamte Reisegruppe nicht auf ihre Unterstützung oder Informationen bauen. Mit dem Bus ging es eine Stunde von Pisa nach Montecatini Terme. In diesem alten Kurort aus römischer Zeit war unser Hotel "San Marco". Laut Hotelprospekt sollte es ein modernes freundliches Hotel sein. Der Charme war allerdings schon etwas verwohnt und mein Einzelzimmer sehr sehr klein. Ich war über den Beginn meines Urlaubs enttäuscht. So etwas hatte ich schon lange nicht mehr erlebt. Es blieb mir aber nicht anderes übrig, als das Beste aus der Situation zu machen. Der erste Ausflug am nächsten Morgen brachte mich nach Vinci. Das ist der Geburtsort von Leonardo da Vinci. Vinci ist ein kleines, gemütliches mittelalterliches Dorf auf dem Monte Albano. Im Kastell Conti Guildi befindet sich ein Leonardo da Vinci-Museum mit vielen Modellen und Zeichnungen seiner Erfindungen. Etwa drei Kilometer von Vinci entfernt liegt der Ort Anchiano. Hier steht das Bauernhaus, indem Leonardo da Vinci geboren wurde. Nach der Rückkehr in Montecatini Terme gegen 13:30 Uhr stand mir der Rest des Tages zur freien Verfügung. Also ging ich erst einmal Mittagessen, natürlich mein Lieblingsessen, Pizza und Pasta. Auch das war ein Grund nach Italien zu kommen. Anschließend bummelte ich durch die Designer-Geschäfte. Es gab zusätzlich reichlich Schuhgeschäfte mit der neusten Mode zu bewundern. Shopping-Touren sind anstrengend, deshalb relaxte ich danach im Parco delle Terme. Der nächste Tag war vollgefüllt. Zuerst stand eine Stadtführung in Lucca auf dem Programm. Lucca ist eine der schönsten toskanischen Provinzhauptstädte und ist von einer mächtigen, vollkommen erhaltenen Stadtmauer umgeben. Die Gebäude der Stadt stammen aus einer Zeit, als die Stadt durch den Handel mit Blattgold, Brokat und Seide sehr reich geworden war. Unser Weg durch die Stadt: von der Piazzale G. Verdi durch die Via Paolino, vorbei an der Statue von Giacomo Puccini zur Piazza San Michele / Kirche San Michele in Foro, weiter zum Palazzo della Provincia, Duomo auf den bekanntesten Platz der Stadt, Antiteatro Romano oder auch Piazza del Mercato genannt. Der heutige Marktplatz war im Mittelalter ein Amphitheater. Dies ist an einigen äußeren Mauern noch deutlich zu erkennen.  Beim Bau neuer Häuser orientierte man sich gezwungenermaßen an den elliptischen Grundrissen der antiken Bauten. Mit einem Blick von der legendären Stadtmauer endete die offizielle Führung. Ich hatte somit noch 2 Stunden Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und schöne Fotos zu machen. Der weltberühmte Turm von Pisa war das Ziel für den Nachmittag. Der Fehler beim Bau der Campanile hat seine Stadt zu einer der Bekanntesten der Toskana gemacht. Der Campo di Miracoli, der Platz der Wunder erscheint ganz harmonisch. Leider reichte meine Zeit nur für die Besichtigung des Dominneren. Die Besichtigung des Baptisteriums, des Camposanto oder gar die Besteigung des schiefen Turms waren nicht möglich. Viele, viele Touristen sowie zahlreiche Souvenirstände und Straßenhändler gehörten ebenfalls dazu. Trotzdem ist der Campo einer der schönsten Plätze und die Atmosphäre ist sehr beeindruckend. Florenz, die Kunstmetropole der Toskana, besuchte ich am Samstag. Mit einer 2 1/2-stündige Stadtführung begannen wir. Start war am Fluss Arno, vorbei an der Biblioteca Nazionale und San Croce zur Piazza della Signoria. Ein kurzer Blick auf die Ponte Vecchio und weiter ging es mit einem Stopp in der Or San Michele über die Piazza della Republica zum Dom. In Florenz waren noch mehr Touristen, Touristen, Touristen. In dem Gewühl war es wichtig, seine Gruppe nicht aus den Augen zu verlieren. Fotos waren so gut wie nicht möglich. Ich hatte aber noch den Nachmittag zur freien Verfügung. So war nach der Führung auch erst einmal eine Mittagpause in der Pizzeria Nuti (zwischen Dom und San Lorenzo) nötig. Die Pizzeria ist zentral gelegen, preisgünstig und lecker. Gestärkt startete ich meine Tour inkl. Fotos durch Florenz. Erste Station war San Lorenzo. Zu dieser Pfarrkirche gehörte auch die legendärere Familie der Medici. Von außen erscheint die Fassade sehr schlicht und unscheinbar. Von innen ist sie aus meiner Sicht eine der schönsten Kirchen. Vorbei am Palazzo Medici Riccardi ging ich zurück zum Domplatz. Dort war nun die Paradiespforte des Baptisteriums nicht mehr von einer Menschentraube belagert. Ich konnte sie genau betrachten. Auch Detailfotos waren möglich. Auf dem weiteren Weg über die Piazza della Republica, dort musste ich natürlich einen Blick in die zahlreichen Marktstände mit Lederwaren etc. werfen, zur Ponte Vecchio ging ich einen kleinen Bogen am Palazzo Strozzi vorbei. Auf der Brücke lies ich mich von den Auslagen der dort seit Jahrhunderten ansässigen Goldschmiede hinreisen. Da ich schon auf der anderen Arno-Seite war, wollte ich nun auch noch den Palazzo Pitti sehen. Ich war von dem Anblick dieses gigantischen Palazzos überwältigt. Nun war die Entscheidung gefallen. Die Boboli-Gärten und den Palazzo musste ich mir ganz in Ruhe ansehen. Ich hatte schon den ganzen Tag darüber nachgedacht, ob ich an einem unserer freien Tage noch einmal mit dem Zug nach Florenz fahren sollte. Innerhalb eines Tages sieht man schließlich nur das Wichtigste. Es wurde Zeit mich langsam auf den Rückweg zum Arno zu machen. Ich musste noch einige Fotos vom Palazzo Vecchio, der Loggia dei Lanzi, dem Neptunbrunnen, der David-Statue etc. machen. Die weltberühmten Uffizien fielen leider aus zwei Gründen aus. Erstens nimmt ein Besuch mindestens einen ganzen Tag in Anspruch und zweitens sind Karten nur nach vorheriger Anmeldung zu bekommen. Den Abschluss meines Florenz-Besuches machte ich in der Kirche Santa Croce. Eine Stippvisite des Innenraumes gehörte für mich zum Pflichtprogramm. In der Kirche befinden sich die Gräber von Berühmtheiten wie Michelangelo, Galileo Galilei, Gioachino Rossini und vielen anderen. Pünktlich traf ich mich mit der Gruppe zur Rückfahrt. Sonntag war mein erster freier Tag. Die Terme Tettucio war aufgrund einer Briefmarkenbörse für das Wochenende geöffnet. Eine einmalige Gelegenheit den besonderen Flair dieser alten Kureinrichtung zu genießen. Im Anschluss fuhr ich mit der Zahnradbahn rauf nach Montecatini Alto. In die Kirche San Pedro kam ich direkt nach dem Ende der Sonntagsmesse. Alle Dorfbewohner müssen an dem Gottesdienst teilgenommen haben, vom Baby bis zum Dorfältesten. Zur Mittagszeit erfreute mich das bunte, lebhafte Treiben auf der Piazza Victor Emanuelle II.. Mir blieben noch einige Stunden. So ging ich noch einmal auf Shoppingtour. Da Montecantini Terme ein Kurort ist, sind die meisten Geschäfte auch am Sonntag geöffnet. Die Stadt war voller Menschen. Der Frühsommer lockte sie in die zahlreichen Straßencafes. Der letzte Ausflugstag begann in San Gimignano. Der Spitzname dieses mittelalterlichen Ortes ist wegen seiner Geschlechtertürme "Manhattan der Toskana". Ursprünglich waren es 72 Türme, von denen heute noch 15 stehen. Reich wurden die damaligen Kaufleute durch den Handel mit Safran als Färbemittel für Seidenstoffe. Heute steht San Gimignano unter dem Schutz der UNESCO. Wir betraten die Stadt durch die Porta San Giovanni und gingen durch die schattige Via San Giovanni bis zum Platz della Cisterna. An der Innenkante des alten Brunnens sind deutlich die Spuren der Vergangenheit sichtbar. Weiter ging es zur Piazza Duomo. Sehenswert ist der Innenhof des Palazzo Comunale. Zum Abschluss noch einen Blick über San Gimignano und die weite Landschaft von der Festung Rocca di Montestaffoli. Leider war auch hier die Zeit viel zu kurz. Rechtzeitig fuhren wir weiter nach Siena. In einer Pizzeria direkt am Il Campo waren Tische reserviert. Mittagspause in einer Pizzeria mit Blick auf die Piazza und auf den Palazzo Publico mit dem Torre del Campo ist großartig. Nach einer Stunde war es leider auch schon wieder vorbei. Es wartete unsere resolute und dominante Stadtführerin. Gut eine Stunde liefen wir mit ihr durch die Gassen von Siena hinauf zum Duomo. Der Dom ist nie vollendet worden. Nirgendwo anders steht man in den Fragmenten des ursprünglich geplanten Bauwerks und kann sich vorstellen, welches Ausmaß einmal geplant war. Das Innere des jetzigen Doms mit seinen vielen Mosaiken sollte man sich ansehen. Ich hatte Glück. Das Innere war außergewöhnlich aufwendig geschmückt. Ein paar Tage vorher war der alte Bischof verstorben. Die Blumen und die Dekoration stammten von seiner Gedenkfeier. Auf dem Rückweg zum Bus lag die Hallenkirche San Domenico auf dem Weg. Sie ist die einzige Kirche, die über zwei Etagen gebaut ist. Dort wird die Kopfreliquie der heiligen Katherina von Siena, der Nationalheiligen von ganz Italien und seit Kurzem auch von Europa aufbewahrt. Florenz auf eigene Faust hatte ich für den letzten Tag vorgesehen. Ich machte mich daher nach dem Frühstück auf den kurzen Weg zum Bahnhof von Montecantini Centro. Auch in Italien haben die Bahnen manchmal Verspätung. So erreichte ich schon um 10:00 Uhr den Bahnhof Santa Maria Novella. In der noch menschenleeren Stadt bummelte ich durch die Nobeleinkaufsstraße Via de Tornabuona über die Ponte Vecchio zum Palazzo Pitti. Über 3 1/2 Stunden besichtigte ich die Galerien, Apartments und den Boboli-Garten. Vom oberen Teil des Gartens eröffnete sich ein schöner Blick auf Florenz und die Umgebung. Kunstliebhaber sollten sich einen Besuch nicht entgehen lassen. Um sich alles ausführlich anzusehen,  benötigt man Tage. Deshalb ist das Eintrittsticket wahrscheinlich auch drei Tage gültig. Zum Abschluss wollte ich noch das Museum San Marco besuchen. Dort angekommen musste ich feststellen, dass das Museum unter der Woche nur bis mittags geöffnet ist. So ging ich zur Stazione und nahm den nächsten Zug zurück. Vor dem Transfer zum Flughafen war noch genügend Zeit für eine letzte Pizza und einer ausgiebigen Pause im Kurpark von Montecatini. Pünktlich um 17:30 Uhr wurde wir abgeholt. Nicht ganz pünktlich startete der Flug um 21:00 Uhr in Pisa. Es war eine wunderschöne Woche in der Toskana, in der ich viele neue Eindrücke gewonnen habe. Schade war nur, dass oft die Zeiten für die Besichtigungen nicht ausreichend waren. Die nächste Reise würde ich daher in Eigenregie machen. Als Ausgangsort für Ausflüge bietet sich Montecatini Terme an. Von dort sind alle sehenswerten Orte innerhalb von max. 1 1/2 Stunden mit dem Zug zu erreichen. Tickets sind sehr preiswert, z.B. Montecatini - Florenz 1 Std. Fahrzeit, Kosten: € 6,60 hin und zurück. Wichtig ist nur das Ticket vor Fahrtantritt zu kaufen. Die Automaten sind auch ohne Italienischkenntnisse zu bedienen. Wird das Ticket erst im Zug gelöst, ist automatisch eine zusätzliche Gebühr von € 25,-- fällig. Fahrauskünfte findet man unter www.trenitalia.it. zur Toskana-Foto-Galerie:
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www.bergeundmeer.de

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