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© Text u. Photos: Silke Wolff
Die Vorbereitungszeit und Planung für meine zweite
Australien-Reise hatten vier Jahre gedauert. Seit ich
2004 das erste Mal dort war, wollte ich auch
West-Australien bereisen. Eine geführte Rundreise zu
finden, stellte sich aber als sehr schwierig heraus. Es
gibt nur zwei deutsche Anbieter. Die sind für mich aber
leider unbezahlbar. Deshalb entschied ich mich für einen
großen australischen Anbieter und eine englisch geführte
Tour. Sprachlich sollte es vielleicht ein kleines
Abenteuer werden. Ich erwartete nicht zuviel. Es
funktionierte aber besser als ich erhofft hatte.
Am 02.10.2008 ging es los. Um 14.00 Uhr startete ich
erst einmal zum Bahnhof nach Bielefeld um mit dem ICE
über Köln zum Frankfurter Flughafen zu fahren. Gott sei
Dank hatte ich trotz der üblichen Zugverspätung genug
Zeit eingeplant und konnte drei Stunden vor dem Abflug
am Schalter von Singapore Airlines einchecken. Dort
machte man mich schon auf den großen Andrang an den
Sicherheitskontrollen aufmerksam. In Hessen hatten an
diesem Tag die Herbstferien begonnen. Trotzdem hatte ich noch
Zeit für das obligatorische Kids-Menü (Chicken-McNuggets)
bei McDonalds. Bereits zwei Stunden vor dem Abflug
stellte ich mich an der Sicherheitskontrolle an und
benötigte eine ganz Stunde um zu passieren.
Pünktlich um 22:00 Uhr startete der Airbus in Richtung
Singapur. Für den 12-stündigen und 10.666 km langen
Nachtflug machte ich es mir, so weit es ging, bequem. Um
15:55 Uhr, 20 Minuten früher als geplant, landeten wir
auf dem Changi-Airport. Die Immigration war total
problemlos und mein Koffer war schon auf dem Gepäckband.
Ich meldete mich am Stop-over-Schalter der
Fluggesellschaft. Für die Nacht hatte ich das gleiche
City-Hotel gebucht wie auf meiner ersten Reise. Der
Transfer dauerte ca. 45 Minuten. Leider wurde ich in
einem anderen Hotelflügel untergebracht. Dieser war alt
und nicht ganz sauber. Ich war etwas enttäuscht, aber es
war ja nur für eine Nacht. Bereits um 5:00 Uhr morgens
klingelte schon wieder der Wecker. Als ich um 6:45 Uhr
in die Hotelhalle kam, wartete dort schon der
Transferbus. Das klappte ja alles wie am Schnürchen. Da
in Singapur die Sicherheitskontrollen direkt am Gate
durchgeführt werden, hatte ich ausreichend Zeit für
einen Duty-Free-Bummel durch die Shops und konnte
beobachten, wie der A380-Flug nach London abgefertigt
wurde. Um 10:05 Uhr startete ich zur zweiten Etappe,
3.915 km und 4 Stunden 45 Minuten nach Perth. Ich hatte
einen Fensterplatz bekommen. Die Aussicht auf die
Inselwelt war traumhaft.
Endlich um 14:35 Uhr Ortszeit landete ich bei starkem
Wind, Regen und etwa 15 Grad in Perth. Die Immigration
war genauso problemlos. Jetzt stand mir der
Transfer zum Hotel in der City bevor. Laut Information
des Veranstalters sollte ich den Shuttle vor dem Gebäude
finden. Dort befand sich allerdings nur eine Tafel
mit einer Telefonnummer. Da es mit diesen Shuttles bei
mir sowieso nie funktioniert, entschied ich mich kurz
entschlossen für ein Taxi. Der Taxifahrer hatte mich
aber, so glaube ich jedenfalls, übers Ohr gehauen. Ich
bezahlte über A$ 40,--. Im Travellodge Hotel bezog ich
ein sehr schönes, grosses und renoviertes Zimmer. Das
Hotel liegt nur einen Block von dem historischen
Stadtkern entfernt. Da ich in der Lobby gleich unseren
Reiseleiter getroffen hatte, blieben mir bis zum Dinner
noch zwei Stunden für einen Stadtrundgang. Inzwischen
schien auch die Sonne wieder. Also machte ich mich auf
dem Weg zum Government House, vorbei am Old Court House
zur St. George Cathedral und abschließend zur Perth Mint.
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Old Mint |
Um 18.30 Uhr traf sich die Reisegruppe im
Hotelrestaurant zum Dinner, insgesamt 19 Personen. Ich
freute mich über die relativ kleine Reisegruppe, leider
zu früh. Nachdem aller Gläser ausgetrunken waren,
verabschiedeten sich, wie abgesprochen, alle. Typisch
australisch, aber für mich ungewöhnlich.
Um 8:00 Uhr am nächsten Morgen mussten wir Perth verlassen. An anderen Hotels stiegen noch weitere
Teilnehmer zu. Insgesamt wuchs die Gruppe auf 51
Personen. Der Bus war bis auf einen Platz besetzt.
Hauptsächlich nahmen ältere, teilweise schon etwas
gebrechliche Australier teil. Ehrlich gesagt war mir die
Gruppe zu groß und die Leute etwas zu unbeweglich. Das
Ein- und Aussteigen und einfach Alles dauert unendliche
lange.
Der erste Stopp des Tages war im Forrest Heritage Centre
in Dwellingup. Außer einer Menge Jarrah Bäume gab es
dort nicht viel zu sehen. Den Programmpunkt musste ich
nicht haben. Weiter führte uns die Route über Pinjarra
und Bunburry um unsere Lunchtime in Busselton zu
verbringen. Sehenswert ist dort das 1,4 km lange alte
Pier. Leider reichte unsere Zeit nicht für eine
ausführliche Begehung. So sollte es uns in den nächsten
Tagen noch einige Male gehen. Dafür besichtigten wir am
Nachmittag ausführlich die Mammoth Cove. Am Ausgang
wartete der erst Kookaburra, das australische
Wappentier, auf einem Ast. Gegen 17:00 Uhr
erreichten wir unser Hotel in Margret River. Leider war
es nicht so schön wie in Perth.
Heute wartete ein entspannender Tag. Gegen 9:00 Uhr
fuhren wir zum Lighthouse im Leeuwin National Park.
Vorher hielten wir für einen Fotostopp am alten
Waterwheel in der Flinders Bay und beobachteten die
Surfer in der Hamelin Bay. Dieser Tag führte uns auch in
die ersten zwei Touristenfallen, eine Chocolate Factory
und in die Palandri Winery. Wenigstens war der Lunch in
der Winery lecker.

Leeuwin National Park |

Waterwheel |
Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung. Also
machte ich allein einen ausführlichen Bummel durch das
beschauliche Margret River und genoss ein Abendbier im
örtlichen Pub.
Auch der nächste Tag hatte nichts spektakuläres zu
bieten. Wir fuhren durch den Beedleup National Park mit
einer Menge Karribäumen und nach Pemberton durch
Gumtree- und Pinienwälder. Unseren Morning Tea nahmen
wir am Fire Lookout Tree ein. Unglaublich, dass es
erlaubt ist, die ungesicherten 75 m bis in die
Spitze aufzusteigen. Auf dem Parkplatz lauerte ein
frecher Ringsittich. Er stibitzte uns den Kuchen. Bei
Walpole ging es im Valley of the Gaints auf den Tree Top
Walk. Der schwankende Walk war aufregender als die
gigantischen Bäume. In der Nähe von Albany ist eine
Walfangstation zum Freilichtmuseum umfunktioniert
worden. Wir bekamen dort einen Eindruck von den Zeiten
des Walfangs und deren industrielle Verarbeitung.
Traumhaft schön ist der angrenzende Strand. Es war mein
erster Traumstrand auf dieser Reise. Es sollten noch
weitere folgen. Den letzten Fotostopp des Tage machten
wir im Torredirrup Nationalpark an der Natural Bridge
und an The Gap.

Albany |

The Gap |
In
Albany mussten wir noch das Anzac Memorial am Gallipolli
Lookout besuchen. Anschließend fuhren wir
weiter Richtung Osten an der Küste des südlichen Ozeans
entlang. Den Morning Tea gab es mit Blick auf das
eindrucksvolle Panorma der Stirling Range am Bluff
Knoll Lookout. Lunchstopp war heute im idyllischen
Örtchen Ravensthorpe. Auf dem Weg zum Four Mile Beach
durfte natürlich ein Fotostopp am legendären
Kaninchenzaun nicht fehlen. Die Tiere wurden von den
Kolonisten ursprünglich zur Jagd eingeführt,
entwickelten sich aber schnell zur Plage. Durch den Zaun
wollte man die Wanderung und Verbreitung eindämmen. Das
funktioniert natürlich nicht. Unsere schönste Unterkunft
bezogen wir heute in Esperance. Vor dem Dinner musste
noch ein kurzer Besuch bei Sammy, dem Seelöwen sein.
Lucky Bay ist einer der Traumstrände dieser Welt. Er
gehört zu den 10 meistfotografierten Stränden. Um uns
auf diesen Traumstrand im Cape le Grand National Park
einzustimmen, hielten wir erst am Frenchman Peak, dem
Wistling Rock mit Blick auf die Thistle Dove. Der
Morning Tea fiel zu Gunsten eines Spaziergangs in der
Lucky Bay aus. Der Strand ist strahlend weiss, fein und
kühl. Ein so schönes Farbenspiel und Schattierungen des
türkisen Wassers habe ich noch nie gesehen.
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Lucky Bay |
Nach dieser Sensation sollte es nun endlich in das für
mich "'richtige" Australien gehen, in das Outback. Lunch
gab es bei nun 38 Grad in einem typischen Roadhouse,
bevor wir ab späten Nachmittag Kalgoorlie erreichten.
Auf dem Weg ins Hotel hielten wir an dem Aussichtpunkt
in den Super Pit. Hier wird auf einer Länge von ca. 3,8
km und einer Breite von ca. 1,35 km 500 m tief Gold,
Silber, Kupfer und Nickel im Tagebau gefördert.
Sehenswert sind neben dem Ausmaß auch die riesigen
Fahrzeuge, die dort eingesetzt werden.
Unseren Tag in Kalgoorlie verbrachten wir zuerst in der
Minning Hall of Frame, eine Art Freilichtmuseum über den
Goldrausch und beim Royal Flying Doctor Service. Leider
spielte mein Darm heute nicht so mit, sodass ich nur
kurz am späten Nachmittag durch das historische Zentrum,
der Hannon Street schlendern konnte.

Kalgoorlie |

Kalgoorlie |
Bereits früh um 7:00 Uhr starteten wir zu unserer
längsten Tagesetappe, ca. 600 km nach Fremantle.
Unterwegs gab es nur den Morning Tea in einem etwas
ekeligen Roadhouse. Lunchtime war dann allerdings am
Wave Rock. Ein Ziel, warum ich nach West-Australien
gekommen war. Die steinerne Welle ist tatsächlich
sehenswert und es ist ein Wunder, dass die Natur so
etwas schaffen kann. Am späten Nachmittag vertreten wir
uns die Beine in der historischen Altstadt von York, der
ersten Siedlung im Landesinneren von West-Australien.

Wave Rock |

York |
Da es mir immer noch nicht wieder gut ging, konnte ich das
leckere Buffet und das schöne Esplanade Hotel im
Fremantle nicht richtig genießen. Auch die
Stadtbesichtigung in Fremantle beschränkte sich daher auf
das Notwendigste. Am Nachmittag traff sich die gesamte
Reisegruppe für einen kurzen Aboriginal-Walk um
anschließend auf dem Swan-River zurück nach Perth zu
fahren. Die Bootsfahrt auf dem Swan River von Fremantle
nach Perth gehörte zu den Höhepunkten der Tour.
In Perth trennte sich unsere bisherige Reisegruppe. Für
die Meisten war die Reise hier zu Ende. Mit nur 21
Personen fuhren wir nun in Richtung Norden. Morning Tea
Stopp war in der gut erhaltenen historischen Kosterstadt
New Norcia. Mittags stand, verbunden mit dem Lunchstopp,
eine Führung auf einer Wildflower-Farm auf dem Programm.
Diese Farm entpuppte sich als weitere Touristenfalle.
Die Blumen waren aus China importiert und wurden dort
nur noch eingefärbt. Hinter der Halle hatte man nicht
einmal versucht die Kartons mit dem Aufdruck "Made in
China" vor uns zu verbergen. Eine Enttäuschung war auch
unser Hotel in Geraldton. Es war alt und nicht ganz
sauber. Hier sollten wir auf dem Rückweg aber noch
einmal übernachten.
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New Norcia |
Am nächsten Morgen ging es für uns noch weiter Richtung Norden.
Zuerst passieren wir den Pink Lake, der diesmal
tatsächlich pink aussah. Während des kurzen Stopps am
Red Bluff sahen wir die ersten freilebenden Kängeruhs.
Den Teastopp in Kalabarri nutzten alle um sich für die
nächsten zwei Tage im Supermarkt zu versorgen. Die
Meisten suchten zusätzlich die örtliche Apotheke auf, um
sich mit Medikamenten gehen Schnupfen, Husten etc.
einzudecken. Am Hawks Head fraßen uns die Fliegen fast
auf. Deshalb war es hier nur ein kurzer Fotostopp. Kurz
vor Monkey Mia mussten wir natürlich auch noch an den
berühmten Shell Beach. Das Wasser dort war angenehme
warm, nur das Laufen auf den Muscheln tat denn doch
etwas weh. Um 17:30 Uhr erreichten wir endlich Monkey
Mia und bezogen unsere Gardenvillas. Vor dem Dinner
erlebten ich noch einen traumhaften Sonnenuntergang a la
Monkey Mia.

Monkey Mia |

Delfine |
Als ich um 7:00 Uhr an den Strand kam, schwammen die
Delphine bereits ihre Runden in der Nähe des Strandes.
Die Menschenmenge wurde immer größer. Die Fotoapparate
klickten ohne Ende. Zwischendurch musste ich unbedingt
noch zum Frühstücken. Das war aber keine Problem,
schließlich zog sich die Show bis 9:30 Uhr hin und
endete mit der Fütterung. Heute war eine richtiger
Urlaubstag. Ich genoss den freien Tag
in vollen Zügen.
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Abendstimmung in Monkey Mio |
Leider mussten wir dieses kleine Paradies schon wieder
verlassen. Der Rückweg nach Geraldton hatte nichts
besonders zu bieten. Erwähnenswert ist nur der Stopp in
Hamelin Pool, deren Stromatolithen zu den ältesten
Lebewesen der Welt gehören. Zurück in Geraldton mussten
wir
noch das HMAS Sydney II Memorial und die Innenstadt
besichtigt werden. Beides hätten wir gut auslassen
können.
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Hamelin Pool |
Unsere letzter Reisetag war nun angebrochen und es ging
zurück nach Perth. Zum Teastopp wartete der letzte
Höhepunkt auf mich, die Pinnacles im Namburg National
Park. Der gelbe Sand und die fast unendliche Ausmaß des
Geländes sind absolut beeindruckend.

Pinnacles |

Pinnacles |
In der Nähe von Perth war der Yanchamp National Park mit
seinen Grass Trees, Koalas und einer
Aboriginal-Vorführung der letzte offizielle Halt. In der
Travellodge verabschiedete ich mich nach dem Dinner von
allen Mitreisenden. Bereits um 4:15 Uhr sollte der
Shuttle mich vom Hotel abholen und zum Flughafen
bringen. Pünktlich stand ich mit meinem Gepäck in der
Halle. Nachdem der Shuttle eine halbe Stunde überfällig
war, rief der freundliche Nachtportier ein Taxi.
Innerhalb von 25 Minuten war ich am internationalen
Flughafen von Perth. Diesmal war der Fahrpreis viel
niedriger als auf der Hinfahrt. Um 7.35 Uhr startete der
Flug SQ224 nach Singapur. Diesmal hatte ich für 9
Stunden ein Zimmer im Transit-Hotel gebucht. Das
ersparte mir die Einreiseformalitäten, das Gepäck und
den Transfer. Um 24:00 Uhr ging es dann auf die lange
Strecke zurück nach Frankfurt. Die Boing 747 hatte
leider schon bessere Zeiten gesehen. Die Sitze waren
durchgesessen und es war extrem eng. Nach gefühlten
unendlichen letzten drei Flugstunden landete ich um 6.40
Uhr in Frankfurt. Probleme gab es dann wieder mit der
Deutschen Bahn. Mein reservierter Zug hatte 30 Minuten
Verspätung. So improvisierte ich und war um 9:50 Uhr
zurück in Bielefeld.
Eine eindrucksvolle Reise mit einigen Höhen und Tiefen
war zu Ende. West-Australien ist für Naturliebhaber auf
jeden Fall eine Reise wert. Der australische Frühling
ist besonders für die Wildflowers die optimale
Reisenzeit. Ich hoffe, dass es für mich nicht die letzte
Australien-Reise war. Dieses Land hat noch einiges zu
bieten.
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